Zur großen Eröffnungsfeier des Heidengrabenzentrums sind zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf die Alb gekommen. Am Ort der früheren Keltensiedlung konnten sie im Museum und auf einem Fest mehr über das Leben vor mehr als 2100 Jahren erfahren.
Drei Gemeinden, zwei Landkreise, zwei Regierungspräsidien, zwei Regionalverbände und ein gemeinsames Projekt: das Heidengrabenzentrum. Als Klammer dient die keltische Geschichte. Zur großen Eröffnungsfeier am Wochenende haben die drei Albgemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben eingeladen.
Für eine authentische Reise in die Vergangenheit sorgen anlässlich der Eröffnungsfeier ein keltisches Lager und allerlei Speis und Trank. Sogenannte Reenactment-Gruppen aus der Schweiz und aus Bayern sowie die Grabenstettener Keltengruppe Riusiava präsentieren stilecht verkleidet keltisches Handwerk und Kultur. Krieger, Drechsler, Färberinnen, Bogenmacher, Bänderweber, Salzsieder, Käsemacher, Sattler und Druiden tummeln sich auf dem Festgelände und ziehen Jung und Alt in ihren Bann. „Ich mag die Römer, die Kelten, die Steinzeit …“, erzählt Noah aus Großbettlingen dem keltischen Krieger. Am besten findet er jedoch das „Pommesessen“. Er besucht gemeinsam mit seinem Vater Matthias die Veranstaltung. Eberhard Rabaa aus Grafenberg, der zur Eröffnung des neuen Museums gekommen ist, gefällt, dass die Präsentation nicht kommerziell ist. Fabian aus Erkenbrechtsweiler kauert derweil am Feuer und grillt mit seinen Eltern Sarah und Matthias Stockbrot.
Zentrum soll sich langfristig selbst finanzieren
Einigkeit herrscht bei den Bürgermeistern Siegmund Ganser (Hülben), Roland Deh (Grabenstetten) und Roman Weiß (Erkenbrechtsweiler), dass das Zentrum als Anlaufstelle für alle geeignet ist, die auf die Vordere Alb kommen und sich für die Geschichte dieser Landschaft interessieren. Vom Keltenmuseum aus soll der Besucher in die drei Gemeinden gelenkt werden, führt Weiß aus. Es ist aufgebaut wie ein Satellitenmodell. Der weitere Weg führt ins Keltenmuseum nach Grabenstetten oder nach Erkenbrechtsweiler zum teilrekonstruierten Zangentor. Für Hülben ist ein Grubenhaus angedacht, also ein eingetieftes Haus. Damit soll der Tourismus gefördert, Impulse für Gastronomie und Handel gesetzt und letztlich die Gemeinden mit ihren Bürgern gestärkt werden.
Die Bürgermeister sind froh, dass das Ziel erreicht ist und – aller Widerstände zum Trotz – das Heidengrabenzentrum, der Heidengrabenturm und der Erlebnispfad realisiert wurden. Nun gilt es, dass sich das ganze Zentrum von selbst finanzieren muss, sagt Deh und ergänzt: „Wir wollen von den Kommunen aus langfristig nichts zuschießen“. Zur Refinanzierung dienen beispielsweise auch die Einnahmen aus dem Museumsshop und dem Bistro, die Parkgebühren und die Zuwendungen der Förderer. „Wir zeigen, auch kleine Kommunen, wenn man sie lässt, kriegen das hin“, ist Ganser überzeugt.
Positives Fazit zur Veranstaltung
Die Kommunen sind auf Übernachtungsgäste und Tagestouristen vorbereitet. Mit einem Verkehrschaos rechnen die drei Bürgermeister nicht, auch wenn die Beurener Steige in Kürze gesperrt werden soll. Es gibt die Bushaltestelle Burrenhof, einen Busparkplatz und eine Wendemöglichkeit für Busse. Außerdem werden die Busfahrpläne der Landkreise Esslingen und Reutlingen harmonisiert. Weitere Buslinien sind geplant, führt Weiß aus, ebenso wie ein Kreisverkehr.
Roland Deh zieht ein erfreuliches Fazit zur Veranstaltung und ist zufrieden, dass so viele Menschen trotz des unbeständigen Wetters gekommen sind. „Es war ein super Anfang und es gab viel positives Feedback in den Sozialen Medien“. Allein die Ausstellung besuchten gleich am ersten Tag rund 400 Personen.