Die Deutsche Börse (im Bild) wird nicht mit der London Stock Exchange fusionieren. Foto: dpa

Die Börsen in Frankfurt und London passen einfach nicht zusammen. Das sollte jetzt klar sein, meint unser Korrespondent Klaus Dieter Oehler.

Frankfurt - Es war ein Scheitern mit Ansage. Schon seit Wochen hat sich abgezeichnet, dass auch dieser Anlauf zu einer Fusion zwischen der Deutschen Börse in Frankfurt und der London Stock Exchange nicht klappen würde. Vorbehalte gab es von Anfang an, auch wenn sich Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter und sein britischer Kollege bei diesem dritten Versuch bemühten, die Bedenken schon frühzeitig zu zerstreuen. In Hessen war man nicht darüber erfreut, dass der Hauptsitz der Gemeinschaftsbörse an die Themse gehen sollte, war aber zufrieden, dass mit Kengeter der deutsche Spitzenmanager das Unternehmen leiten sollte. Auf der anderen Seite aber wuchsen im Zuge der Brexit-Diskussion die Sorgen darüber, dass London mit der Börse ein Juwel aus den Händen geben würde – das passt nicht zum neuen Nationalstolz auf der Insel.

Gründe für das Scheitern sind zweitrangig

An welchen Gründen das Scheitern letztlich lag, ist gar nicht so wichtig. Es sollte aber zu denken geben, dass man nun schon zum fünften Mal insgesamt zu dem Ergebnis kommt, dass die beiden Börsen eben doch nicht zusammen passen. Vor diesem Hintergrund klingt es ein bisschen wie das Pfeifen im Walde, wenn nun die Deutsche Börse behauptet, dass sie sich für den Wettbewerb gut aufgestellt sieht. Warum dann ein so hochpolitisch brisanter Fusionsanlauf?

Richtig an der Behauptung der Frankfurter ist, dass sich der Börsenbetreiber behaupten kann. Der große Sprung ist nicht gelungen, aber eine starke Wirtschaft wie die deutsche wird der Börse helfen, auch mit kleinen Schritten zu wachsen.

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