Manuela Yassi aus Plieningen vertreibt nebenberuflich Afro-Puppen. Foto: Caroline Holowiecki

Manuela Yassi lebt in Plieningen und stammt aus Kamerun. Nun hat sie sich mit einer außergewöhnlichen Geschäftsidee selbstständig gemacht. Nicht nur ihre Tochter freut sich.

Plieningen - Die fünfjährige Joana ist ein richtiger Wirbelwind. Aufgeweckt springt sie durch die Wohnung und zeigt stolz ihr Kinderzimmer. Ein echter Mädchentraum mit vielen Spielsachen. Eine Puppe sticht ins Auge. Sie hat eine dunkle Hautfarbe und krauses schwarzes Haar. Genau wie Puppenmama Joana.

Dass das Mädchen ein Spielzeug hat, mit dem es sich rein äußerlich identifizieren kann, hat es seiner Mutter Manuela Yassi zu verdanken. Sie stammt genauso wie ihr Ehemann aus Kamerun. Seit 14 Jahren lebt die heute 34-Jährige in Deutschland, arbeitet im IT-Bereich bei einer Versicherung – und hat sich mit ihrer kleinen Firma „Alaam“ nebenberuflich selbstständig gemacht. Gemeinsam mit ihrer Schwester vertreibt die Plieningerin Afro-Puppen in authentischen traditionellen Gewändern. Vor etwas mehr als einem Jahr ist „Alaam“ – zu Deutsch: Schönheit – online gegangen.

Gesellschaftliche Realität widerspiegeln

Von Baby Born bis Barbie: Püppchen in deutschen Fachgeschäften haben traditionell helle Haut und blonde Haare. Kinder, die anders aussehen, finden hierzulande nur schwer Spielzeug, das sie repräsentiert. „Ich habe hier in Stuttgart noch nie schwarze Puppen gesehen“, sagt Manuela Yassi. Es gehe darum, die gesellschaftliche Realität widerzuspiegeln. Außerdem glaubt sie, dass auch weiße Kinder von etwas mehr Diversität im Kinderzimmer profitieren können. Mädchen und Jungen sollen unterschiedliche Kulturen spielerisch kennenlernen können. „Bei Kindern, die hier aufgewachsen sind, fehlt oft der Bezug“, sagt sie.

Die Mini-Kleider näht die Gründerin teilweise selbst. Außerdem beschäftigt sie drei Näherinnen in Kamerun, die traditionelle Stoffe und Schnitte verwenden. Doch Manuela Yassi will Menschen in ihrer Heimatregion nicht nur durch solche Jobs teilhaben lassen. „Wir wollen jedes Jahr verschiedene soziale Projekte unterstützen“, sagt sie. So habe bereits unter anderem ein Reha-Zentrum für Blinde profitiert. Ihre Kunden will sie darüber per Social Media auf dem Laufenden halten.

Verschiedene Kollektionen geplant

Manuela Yassi hat noch viel vor, wie sie sagt. „Wir wollen sichtbarer werden in Stuttgart.“ Aktuell bestellten bei „Alaam“ hauptsächlich Kunden mit einem afrikanischen Hintergrund. Ihre Puppen will die Plieningerin ebenso in Läden platzieren wie auf Veranstaltungen. Außerdem möchte sie weiter am Thema Vielfalt arbeiten. Unterschiedliche afrikanische Länder, unterschiedliche afrikanische Gewänder und Stile. Manuela Yassi sagt, dass sie bereits Kontakte nach Tunesien und Ghana geknüpft hat. „Ich möchte gern verschiedene Kollektionen aufnehmen.“

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