Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer „Die Kickers sind nicht so einfach unterzukriegen“

Von Jürgen Frey 

Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer (li.), Präsident Rainer Lorz: Die Stuttgarter Kickers haben schon bessere Zeiten erlebt. Foto: Baumann
Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer (li.), Präsident Rainer Lorz: Die Stuttgarter Kickers haben schon bessere Zeiten erlebt. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Kickers kämpfen wie im Vorjahr gegen den Abstieg aus der Regionalliga. Zuletzt kamen keine 2000 Zuschauer mehr ins Stadion. „Das ist leider auch Abbild der sportlichen Entwicklung“, räumt Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer ein. Warum er dem Saisonendspurt auch optimistisch entgegensieht, sagt er im Interview.

Stuttgart - Acht Spiele haben die Stuttgarter Kickers in dieser Fußball-Regionalligasaison noch zu absolvieren. Um den Abstieg in die Oberliga zu vermeiden, sollten die Blauen möglichst fleißig punkten. Am besten schon an diesem Samstag (14 Uhr) beim TSV Steinbach. Dies wäre gleichzeitig eine gute Werbung für das württembergische Derby am kommenden Mittwoch (19 Uhr/Gazistadion) gegen den SSV Ulm 1846.

Herr Pfeifer, seit wann sind Sie nun schon bei den Kickers tätig?
Seit dem 5. Juni 2016.
Als Sie sich für die Blauen entschieden, sprach noch alles für die dritte Liga. Seitdem geht es immer nur gegen den Abstieg aus der Regionalliga. Wie oft haben Sie den Schritt schon bereut?
Zu keinem Zeitpunkt. Ich versuche immer die Dinge positiv zu sehen und nach vorne zu blicken.
Was bereitet Ihnen derzeit mehr Sorgen: Die finanzielle oder die sportliche Lage bei den Kickers?
Der sportliche Erfolg steht immer im Vordergrund, zumal er auch großen Einfluss auf die wirtschaftlichen Themen hat. Da besteht eine spürbare Wechselwirkung. Und jeder weiß, dass unsere sportliche Situation nicht befriedigend ist. Elementar ist jetzt aber vor allem, dass wir die Klasse halten.
Die Zuschauer laufen den Kickers davon. Zuletzt kamen keine 2000 mehr ins Gazi-Stadion auf der Waldau.
Das ist Fakt, aber leider auch Abbild der sportlichen Entwicklung. Zuletzt hat uns auch die Witterung nicht geholfen und Hoffenheim II ist, bei aller sportlichen Klasse, auch kein Publikumsmagnet, so dass die Besucherzahl erstmals unter 2000 abrutschte. Unabhängig davon haben wir Maßnahmen ergriffen, um die Aufwendungen bei unseren Heimspielen in Grenzen zu halten.
Sie haben zwei Blöcke und den Eingangsbereich Nord gesperrt. Bringt das so viel an Entlastung?
Wir hatten bisher durchschnittlich 140 Ordner bei einem Heimspiel im Einsatz. So sieht es das Sicherheitskonzept vor. Nun haben wir zwölf eingespart, dazu Personal im Bereich Rotes Kreuz und Reinigung. Diese Einsparungen machen sich schon bemerkbar.
Bleibt dann bei 1810 Besuchern wie im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim II etwas hängen?
Das hängt jeweils von verschiedenen Faktoren ab. Gegen Hoffenheim konnte zum Beispiel der Gästebereich geschlossen bleiben, so dass insoweit keine Zusatzaufwendungen für Ordner angefallen sind. Aber im Ergebnis ist eine Heimpartie mit unter 2000 bestenfalls ein Nullsummenspiel, ohne die Maßnahmen ein Verlustgeschäft. Wir drehen jedenfalls an allen Stellschrauben, ohne dabei spürbar auf Qualität zu verzichten.
Im Vorjahr betrug der Zuschauerschnitt 3036. Mit wie vielen Besuchern hatten Sie für die laufende Saison kalkuliert, und wie ist der aktuelle Schnitt?
Wir haben uns bei den Planungen am Vorjahr orientiert und aktuell haben wir 2554 Zuschauer im Schnitt. Es kommen aber noch attraktive Gegner wie am kommenden Mittwoch der SSV Ulm 1846 oder am letzten Spieltag der FSV Frankfurt.
Die beste Marketingmaßnahme ist immer noch attraktiver Sport gepaart mit Siegen. Doch die Blauen bringen einfach keine konstant guten Leistungen. Für wie bedenklich halten Sie die aktuelle Situation?
Wie gesagt, wir müssen alles daran setzen, die Klasse zu halten. Wir von der Geschäftsstelle tun alles dafür, die Dinge zu optimieren, auf die wir Einfluss nehmen können.
Welche Maßnahmen wollen Sie denn für Ihren Bereich für den Endspurt unternehmen?
Wir haben bereits einige Maßnahmen, teilweise gemeinsam mit unseren Fans umgesetzt, wie beispielsweise die Einführung einer 5-er Karte oder die Kickers-Tombola. Auch für den Endspurt werden wir uns noch etwas einfallen lassen.
Wie im Vorjahr schwebte der Absturz in die Bedeutungslosigkeit der Oberliga wie ein Damoklesschwert über den Kickers. Wie gehen Sie damit um?
Wir kennen die Situation aus der Saison 2016/17. Wir wissen aus den Erfahrungen der letzten Spielzeit, dass wir uns in der Endphase voll auf das Wesentliche fokussieren müssen. Wir werden zusammenrücken, weiter zusammenhalten, Ruhe bewahren und daraus Kraft und positive Energie schöpfen.
Und wenn es nicht klappen würde: Würde es die Kickers in der Oberliga noch geben, und wenn ja in welcher Form?
Wie gesagt, wir werden alles tun, den Abstieg zu vermeiden. Und seien Sie versichert: Die Kickers sind nicht so einfach unterzukriegen.

6600 Euro für die Blauen

Die Stuttgarter Kickers erhalten vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für ihre Jugendabteilung eine Bonuszahlung für leistungsorientierte Nachwuchsförderung. Grund: Die früheren Kickers-Jugendspieler Bleart Dautaj, Benjamin Goller und Nico Schlotterbeck haben in der Saison 2016/17 Länderspiele für Deutschland bestritten. Die Bonuszahlung beträgt 6600 Euro.

Stuttgarter Kickers - Regionalliga

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