Beim Germanwings-Unglück sind 150 Menschen ums Leben gekommen. Foto: dpa

Deutsche Flugunfallexperten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung weisen die Kritik an der offiziellen Untersuchung des Germanwings-Unglücks zurück.

Hannover - Die deutschen Flugunfallexperten der BFU halten auch nach Kritik weiterhin an der offiziellen Ursache des Germanwings-Unglücks 2015 fest. Es gebe keine Zweifel am Abschlussbericht der französischen Behörden, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. Demnach hat Copilot Andreas Lubitz den Jet absichtlich gegen ein Felsmassiv gesteuert.

Die Braunschweiger Behörde war ebenso an der Untersuchung beteiligt gewesen wie Unfalluntersucher aus Spanien, Großbritannien und den USA. Außerdem waren technische Berater der europäischen Luftsicherheitsagentur EASA sowie flugmedizinische Experten aus mehreren Ländern im Einsatz.

Wörtlich erklärte der Sprecher am Freitag: „Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung weist die gegen die BFU und den akkreditierten Unfalluntersucher (...) erhobenen Vorwürfe zurück.“ Alle Angehörigen seien im Laufe des Untersuchungsverfahrens mehrfach über den Stand der Untersuchung informiert und auch einzelne Fragen seien beantwortet worden. „Aus der Sicht der Sicherheitsuntersuchung bestehen auch keine Zweifel an der Handlungsfähigkeit des Copiloten, als er alleine im Cockpit war“, so der Behördensprecher.

Flugunfallexperte äußert Zweifel

Wie im Abschlussbericht dargestellt, seit aber letztlich eine klare psychiatrische Diagnose nicht möglich gewesen. Durch Verweise auf das Zeugnisverweigerungsrecht und auf die ärztliche Schweigepflicht konnten Sachverständige der Untersuchungsbehörden keine detaillierte psychiatrische Diagnose bestimmen. Prinzipiell beteilige sich die BFU nicht an Spekulationen und der Vertretung bestimmter Interessen. Untersuchungen durch die Sicherheitsuntersuchungsbehörden dienten lediglich dem Zweck, dass sich Unglücke nicht wiederholten.

Der Flugunfallexperte Tim van Beveren hatte Zweifel an der offiziellen Unfallursache geäußert. Demnach sei nicht klar erwiesen, wer zum Zeitpunkt des Absturzes der Germanwings-Maschine vor zwei Jahren im Cockpit saß. Van Beveren kritisierte zudem, dass bei den Ermittlungen nur Ingenieure eingesetzt worden seien, aber keine „Human Factor“-Experten, die darauf spezialisiert seien, den Faktor Mensch zu analysieren. Diese könnten beispielsweise aus Stimmenrekorder- und Funk-Aufzeichnungen auf Stress schließen.

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