Die Realschule gibt es seit fast 50 Jahren. Ein Um- und Anbau soll mehr Platz schaffen. Foto: factum/Granville

Beide Gerlinger Gebäude sind renovierungsbedürftig und sollen umfangreich saniert, umgebaut und erweitert werden. Ein Planungsbüro hat dem Gemeinderat nun Empfehlungen vorgelegt. Für die Stadt könnte es teuer werden.

Gerlingen - Das Schulzentrum in Gerlingen ist in die Jahre gekommen. Nachdem das Gymnasium schon saniert wurde, gibt es bei der Pestalozzischule und der Realschule noch Handlungsbedarf. Im Gemeinderat wurden jüngst erste Ideen vorgestellt, wie man die beiden Schulen erneuern kann. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es für die Stadt wohl teuer wird.

Die Verwaltung hat das Stuttgarter Büro Schneidermeyer damit beauftragt, mögliche Lösungen für die beiden Schulen zu untersuchen. Die Empfehlungen, die der Planer Jochem Schneider den Räten präsentierte, hat das Büro zusammen mit den Schulen erarbeitet. Die Grund-, Haupt- und Werkrealschule, die vom Schuljahr 2016/2017 an eine reine Grundschule sein soll, verfügt demnach grundsätzlich über genug Fläche. Gleichwohl sind die beiden Gebäude aus den Jahren 1948 und 1958 sanierungsbedürftig, auch bei der technischen Ausstattung muss nachgebessert werden. Mit einem Umbau soll Platz für Gruppen- und Rückzugsräume geschaffen werden. Ein Foyer könnte die beiden Gebäudeteile auch im Erdgeschoss verbinden und einen neuen Haupteingang schaffen.

Mensa statt Sporthalle

Bei der Realschule gibt es laut Schneider Platzmangel. Das Gebäude muss saniert werden, weitere Räume könnten hinzukommen. Letzteres hängt zusammen mit einer weiteren Empfehlung des Büros: Statt die Realschulsporthalle aufwendig zu renovieren, könnte diese abgerissen werden. Dort würde eine Mensa gebaut, im Obergeschoss wäre Platz für Schulräume. Die Mensa ist derzeit eher provisorisch in der Aula der Pestalozzi-Schule untergebracht. Problematisch sei insbesondere der aufwendige Wechsel zwischen Veranstaltungen und Essensausgabe.

Ein eigenständiges Mensa-Gebäude könnte multifunktional nutzbar sein: nicht nur für das Mittagessen, sondern auch als Aufenthalts-, Versammlungs- und Veranstaltungsraum. Ein Ersatz für die abgerissene Sporthalle ist nach einer ebenfalls im Gemeinderat vorgestellten Sportstättenuntersuchung nicht nötig. Die CDU-Rätin und Realschullehrerin Annette Lay stellte das in Frage: „Nicht nur Schulen, sondern auch Vereine nutzen die Halle.“ Der Bedarf sei groß und eine zusätzliche Halle nötig. Der Bürgermeister Georg Brenner verwies auf den vorläufigen Charakter der Pläne: „Es ist alles noch in der Diskussion.“

Die grundsätzlichen Rahmenbedingungen zeichnen sich jedoch bereits ab. An beiden Schulen soll sich die veränderte Lernlandschaft widerspiegeln – in Form von Lern-, Gruppen- und Rückzugsräumen. Bei beiden Schulen gehen die Planer von zweieinhalb Zügen aus. Den Außenbereich bewertete das Planungsbüro positiv. Allerdings könnte es dort weitere Sitzgelegenheiten geben. Realisiert die Stadt all diese Vorhaben, kostet das nach aktuellem Stand bis zu 27 Millionen Euro. „Die Kosten bekommen wir hin“, ist Georg Brenner überzeugt – es sei aber die Frage, was zuerst gemacht werden solle.

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