Trigema-Chef Wolfgang Grupp erhöht die Ersparnis für Kunden. Foto: dpa//Patrick Seeger

Der T-Shirt- und Sportbekleidungshersteller Trigema will die Senkung der Mehrwertsteuer ab 1. Juli an die Kunden weitergeben und legt noch was drauf, sodass unterm Strich drei Prozent Rabatt herauskommen.

Burladingen - Für Trigema-Chef Wolfgang Grupp steht fest, dass er nicht auf Kosten der geplanten Mehrwertsteuer-Senkung Kasse machen will. „Natürlich geben wir die an unsere Kunden weiter“, sagt Grupp. Weil die Umstellung der Preise ein riesiger technischer und organisatorischer Aufwand sei, legt er noch was drauf und gibt seinen Kunden drei Prozent Rabatt auf den Verkaufspreis. Rein rechnerisch bedeute die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent eine Reduzierung von rund 2,5 Prozent, rechnet Grupp vor. „Der Einfachheit halber geben wir drei Prozent Rabatt“, sagt Grupp. In entsprechenden Plakaten an seinen Testgeschäften und im Onlineshop will er die Kunden auf „diesen Corona-Rabatt“ hinweisen und damit die von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft unterstützen.

 

Die temporäre Mehrwertsteuersenkung ist Teil des coronabedingten Konjunkturpakets der Bundesregierung. Wie berichtet soll die Mehrwertsteuer ab 1. Juli bis 31. Dezember 2020 von heute 19 Prozent auf 16 Prozent gesenkt werden. Beim niedrigeren Steuersatz von sieben Prozent geht es um zwei Punkte auf 5 Prozent runter. Damit sollen Verbraucher in Deutschland einen Anreiz erhalten, mehr zu konsumieren.

Würden Händler die niedrigere Mehrwertsteuer nicht in niedrigeren Preisen weitergeben, käme dies einer Erhöhung ihrer Nettopreise und damit ihrer Margen gleich. Auch Handelsketten wie Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Co. haben angekündigt, die Senkung der Mehrwertsteuer an ihre Kunden weiterzugeben, ebenso der Drogeriemarktriese dm aus Karlsruhe.

100 000 Neukunden im Onlinegeschäft

Grupp selbst glaubt, dass die Leute deshalb nicht unbedingt mehr kaufen. „Wer für 100 Euro und mehr kauft, für den sind drei Prozent nicht so gravierend“, sagt er. Auch bei Trigema rechnet er deshalb nicht mit vermehrten Einkäufen. „Bei uns kauft man nicht, weil es billig ist, sondern weil es Qualität made in Germany ist“, sagt der Trigema-Chef.

Derzeit freut er sich über die starke Nachfrage nach Trigema-Produkten. Allein in der vergangenen Woche lag der Umsatz in den Trigema-Testgeschäften um 16,5 Prozent über der vergleichbaren Vorjahreswoche. Im Onlinegeschäft, wo das Burladinger Familienunternehmen 100 000 Neukunden gewinnen konnte, liege der Tagesumsatz doppelt so hoch als im Vorjahr. Das habe natürlich auch etwas mit der Produktion in Deutschland zu tun und dass man so schnell auf Maskenproduktion umgestellt habe. Dagegen sei die Nachfrage von Seiten der Industrie gravierend zurückgegangen.

2,3 Millionen Mundschutz-Masken

Trigema ist im März als einer der ersten Textilhersteller in die Produktion von Mundschutzmasken eingestiegen und hat seither 2,3 Millionen Stück produziert. Das Unternehmen hat bis letzte Woche Sonderschichten gefahren und bis zu 30 000 Masken pro Tag produziert. „Wir konnten den erhöhten Bedarf an Masken so unterstützen“, sagt Grupp. Mittlerweile sei der Markt an Masken gesättigt.