Bis der Verurteilte sein Auto beisteuerte, fuhr die Bande mit dem Taxi zu den Einbrüchen Foto: dpa

Das Schöffengericht am Heidelberger Landgericht hat einen Mann aus Rumänien wegen Beihilfe zu schwerem Bandendiebstahl verurteilt. Er muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Das Schöffengericht am Heidelberger Landgericht hat einen Mann aus Rumänien wegen Beihilfe zu schwerem Bandendiebstahl verurteilt. Er muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Heidelberg - Das Schöffengericht am Heidelberger Landgericht hat einen Mann aus Rumänien wegen Beihilfe zu schwerem Bandendiebstahl verurteilt. Er muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Er soll zusammen mit einem Landsmann bei einigen von insgesamt 16 Einbrüchen beteiligt gewesen sein, die von einer Bande Jugendlicher verübt wurden.

Im vergangenen Winter machte die Bande Nordbaden unsicher. Vor einigen Wochen verurteilte das Heidelberger Landgericht sieben Mitglieder zu Jugendstrafen. Bei einigen der insgesamt 16 Einbrüche hatten sie sich offenbar mit zwei erwachsenen Rumänen zusammengetan, von denen einer jetzt verurteilt wurde. Der Angeklagte gestand, bei vier Taten dabei gewesen zu sein, und zeigte sich reumütig: „Es tut mir unheimlich leid“, sagte der 28-jährige Vater von zwei Kindern. Der erste Einbruch wurde im Januar in Nußloch (Rhein-Neckar-Kreis) verübt. Die Einbrecher erbeuteten zwei Notebooks. Eines verkauften sie für 100 Euro umgehend an einen Taxifahrer und teilten das Geld auf. Noch am selben Abend versuchten sie, in ein Haus in der Nähe einzudringen. Als sie sich beobachtet fühlten, fuhren sie ohne Beute davon. Auch drei weitere Einbruchsversuche in Nußloch und Leimen schlugen fehl.

Die Jugendlichen und die Rumänen hätten sich in einem Leimener Lokal kennen­gelernt. Sie kifften zusammen und kamen überein, künftig Einbrüche gemeinsam zu begehen. Das war für die Bande praktisch, da sie damit über ein Auto verfügte. Bisher hatten sich die Jugendlichen mit einem Taxi zum Tatort fahren lassen.

Das „Joint Venture“ endete jedoch mit dem letzten Einbruchsversuch am 26. Januar. Er habe nicht mehr mit den Rumänen arbeiten wollen, sagte der bereits verurteilte Kopf der Jugendbande gestern als Zeuge. Der angeklagte Rumäne habe immer Angst gehabt und „voll die Paranoia geschoben“, so der 18-Jährige.

In seiner Heimat ist der Rumäne vielfach wegen Diebstahls vorbestraft. Nachdem seine Mutter gestorben sei, habe er für die vier Geschwister sorgen müssen, sagte er. Rumänien sei ein armes Land, sagte die Richterin Walburga Englert-Biedert. Es könne aber nicht geduldet werden, dass die Einreise nach Deutschland für Straftaten ausgenutzt wird. Und: „Wenn Sie hier nicht leben können, müssen Sie die Rückfahrt antreten.“ Das Urteil kommentierte der Angeklagte so: „Das ist sehr viel.“

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