Quartiermanager Hannes Wolf Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Hannes Wolf, der neue Quartiermanager des Gerberviertels, fordert Änderungen beim Shared Space in der Tübinger Straße. Er bemängelt, dass es zu viele Wild-Parker und forsche Autofahrer gibt.

Stuttgart - Der Mann passt ins Revier. Hannes Wolf (38), der neue Quartiermanager des Gerberviertels, fährt jeden Morgen mit dem Rad zur Arbeit. Von Heslach in die Tübinger Straße, 2,1 Kilometer, ein Katzensprung. Keine große Nummer also. Aber Wolf geht es auch darum, Zeichen zu setzen.

Das ist sein Job. Er soll als Quartier­manager dem Gerberviertel klare Konturen geben. Am Beispiel der Verkehrspolitik wird das deutlich: „Stuttgart ist weder eine autofreundliche Stadt noch für Fußgänger besonders attraktiv. Von den Radfahrern gar nicht zu reden “, sagt der gebürtige Dresdner und wünscht sich eine klare politische Handschrift.

Wolf will mitreden

Wischiwaschi ist nichts für Wolf. Das hat er die vergangenen acht Jahre seines Berufslebens verinnerlicht. Seitdem ist er Experte für Stadtmarketing. Zuletzt in Feldkirch, davor in Dresden. „Aber es ist überall dasselbe, es wird überall mit demselben Wasser gekocht“, sagt er und meint damit: Man muss Kunden locken und binden, Service sowie Brot und Spiele bieten. „Wir haben hier bisher nur das Gerberviertelfest“, stellt Wolf nüchtern fest und denkt an Veränderungen.

Kritik am Shared Space

Etwas zu verändern, so lautet sein Auftrag des Gerberviertelvereins, für den er arbeitet. „Wir haben Interessen, wollen Einfluss nehmen und in Zukunft gefragt werden“, sagt er blumig, konkretisiert seine Vorstellung sofort. Zum Beispiel beim Shared Space (Verkehrsmischfläsche) in der Tübinger Straße: „Die Sache geht in die richtige Richtung, aber hat noch einige Schwächen.“ Nach seiner Ansicht werde während der Geschäftszeiten in der Tübinger Straße immer noch wild geparkt, und der Asphalt lasse forsche Autofahrer immer noch glauben, dass es eine ganz normale Straße sei. „Man muss in die Köpfe der Leute bringen, dass es keine Straße, sondern ein Raum für alle ist.“ Mit einer optischen Umgestaltung des Asphalts könnte dies gelingen.

Auch die Mitglieder des Gerberviertel­vereins brauchten so etwas wie einen neuen Anstrich: „Es gilt die Qualität der inhabergeführten Geschäfte besser hervorzuheben“, sagt Wolf, „nirgendwo in der Stadt gibt es auf engstem Raum so viele Händler mit großem Service und Beratung. Mit dieser Individualität sind wir einzigartig in der Stadt.“ Eine Imagebroschüre und ein neuer Internetauftritt sollen dies nach außen ­tragen.

Zu guter Letzt soll auch das Einkaufscenter Gerber dem Viertel weiter auf die Sprünge helfen. Den Hinweis, dass das Center nach Anlaufschwierigkeiten zunächst selbst seine Hausaufgaben machen muss, wischt Wolf weg: „Das Gerber ist ein Jahr alt. Es ist wie ein Kleinkind, das Keuchhusten hat. Insgesamt wird es zu schlechtgeredet.“

Für die positive Außendarstellung sorgt nun Hannes Wolf. Denn das Gerber ist auch Mitglied im Verein des Viertels.

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