Die Anwohner fordern, dass die Bäume ander Rolandstraße verschont von der Säge bleiben die Foto: Eva Funke

An der Rolandstraße in Feuerbach sollen 30 Bäume gefällt werden. Die Gegner der Aktion bekommen jetzt Unterstützung.

Feuerbach - Baumschutzgebiet oder nicht: Die Anwohner der Rolandstraße wollen den Bestand von rund 30 Bäumen auf Feuerbacher Gemarkung der Kettensäge nicht ohne Gegenwehr preisgeben. Bereits kommende Woche sollen die Bäume gefällt werden, weil auf dem Flurstück 2312/1 acht Einfamilienhäuser für junge Familien gebaut werden sollen. Anwohner wollen die Baumfällarbeiten zumindest so lange verhindern, bis das städtische Grundstück verkauft und die Bebauung vom Gemeinderat beschlossen ist.

 

Nach einem Appell an den Wirtschaftsausschuss des Gemeinderats bekommen die Anwohner jetzt Unterstützung vom Bündnis aus Linke, SÖS, Piraten und Tierschutzpartei im Rat. Die Fraktionsgemeinschaft fordert per Antrag, das Gelände nicht zu verkaufen und die Rodungsarbeiten ad acta zu legen. Außerdem schlagen die Stadträte vor, statt Einfamilienhäuser Mietwohnungen für städtische Angestellte zu schaffen und den Vorschlag der Anwohnerschaft zu prüfen, ob sich durch einen Grundstückstausch der Grünbestand nicht zu einem großen Teil erhalten lassen kann. Der Antrag soll im Ausschuss für Klima und Umwelt am 26. Februar diskutiert werden. Das Linksbündnis im Gemeinderat begründet den Antrag damit, dass bis Ende Februar in Stuttgart insgesamt 535 Bäume gefällt werden sollen und dies „einen besorgniserregenden Verlust an Frischluftproduktions-Biotopen“ darstelle und das Areal an private Investoren verkauft werden soll, obwohl die Stadt dringenden Bedarf an Wohnungen für Mitarbeiter hat.

Vor zwei Jahren musste die Stadt schon einmal sogar eine begonnene Rodung auf ihrem Grundstück am Killesberg stoppen. Der Unterschied zur gegenwärtigen Situation: Gefällt wurde damals auf einem Grundstück innerhalb der Baumschutzsatzung. Das Flurstück 2312/1 liegt jedoch außerhalb der Satzung. Die Anwohner wollen nichts dem Zufall überlassen und werben um weitere Unterstützung: „Wir haben 300 Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt und Politiker angeschrieben, von Ministerpräsident Kretschmann über Mitglieder und Kandidaten für den Landtag, viele Stadträte, bis zu den Bezirksbeiräten“, sagt Matthias Mayer. Er vermutet, dass außer vielen Vogelarten auch die geschützten Mauereidechsen auf dem Areal leben. Sein Grundstück grenzt direkt an das geplante Baugebiet. Er und seine Frau wollen eine Petition im Landtag einbringen. „Bisher haben wir rund 200 Unterstützer, Tendenz steigend“, versichert Mayer und stellt fest, dass das Grundstück noch nicht verkauft sei und auch noch kein Bauantrag oder gar eine Baugenehmigung vorliege. „Damit ist doch noch gar nicht gesichert, ob dort überhaupt gebaut werden kann“, sagt Matthias Mayer und hofft, dass der Einsatz von Erfolg gekrönt ist.