Die Stadträte beschließen am Mittwochabend weitere Planungsschritte zur Sanierung des Forums am Schlosspark. Ob die wirklich stattfinden wird, ist trotzdem weiterhin offen.
Das schlimmstmögliche Szenario hat der Ludwigsburger Gemeinderat abgewendet. 1,3 Millionen Euro hat das Stadtgremium am Mittwochabend freigegeben, um weiter planen zu können, wie das Forum am Schlosspark saniert werden kann. Ohne diesen Beschluss hätte das Forum sofort geschlossen werden müssen, daran ließ die Stadtverwaltung keinen Zweifel. Ein bedingungsloses Bekenntnis zum Forum lässt sich aus dem Abstimmungsergebnis allerdings nicht ablesen.
„Aus unserer Sicht ist das Forum unverzichtbar“, sagte Oberbürgermeister Matthias Knecht. „Es hebt Ludwigsburg auf ein anderes Level der öffentlichen Wahrnehmung und des gesellschaftlichen Miteinanders.“ Ein Stopp der Planungen wäre ein „verheerendes Signal“ gewesen, so der OB. Er bekam seine erhofft hohe Mehrheit und könne deshalb nun „mit Rückenwind“ in anstehende Gespräche über Fördergelder gehen – und diese Gelder wird es brauchen, wenn das Forum tatsächlich saniert werden soll.
Sanierungskosten noch immer zu hoch
Zwar konnte die Stadt die ursprünglich veranschlagten Kosten von 170 Millionen Euro bereits auf 134 Millionen Euro drücken. Aus Teilen des Gemeinderats gab es aber klare Signale, dass man auch mit dieser Summe einem Baubeschluss zur Sanierung nicht zustimmen würde. „Bei diesen Kosten ist die Generalsanierung nicht finanzierbar“, sagte etwa Jochen Zeltwanger von den Freien Wählern, und SPD-Stadtrat Daniel O’Sullivan pflichtete bei: „Selbst 100 Millionen Euro sind utopisch.“
Es sind immer wieder ähnliche Argumente, mit denen die Stadträte ihre Zustimmung zu den weiteren Planungen erklären – „zähneknirschend“, wie Verena Alexander von den Grünen sagt. Zum einen sind da die unmittelbaren Folgekosten, die eine sofortige Schließung mit sich brächte. 3,5 Millionen Euro müsste die Stadt an Vertragspartner zahlen, dazu erwartet die Stadt trotz Leerstand eine halbe Million Euro Betriebskosten.
Gleichzeitig fällt auch immer wieder der Begriff „Imageschaden“. Matthias Knecht nutzt dieses Wort, aber auch Stadträte wie Claus-Dieter Meyer (CDU) sehen im Forum einen Ort, für den Ludwigsburg weit über die Grenzen der eigenen Stadt hinaus bekannt ist. Dementsprechend könnte eine plötzliche und langfristige Schließung auch überregional Schlagzeilen machen, fürchtet Meyer: „Das beschädigt den Ruf unserer Stadt dauerhaft.“
Stadt wendet sich direkt an Landesregierung
Bleibt die Frage, wie es jetzt weitergeht. Das Forum bleibt erst einmal geöffnet, bis Ende Juli 2027 soll der Betrieb noch laufen. Im August wird das Gebäude nach aktuellem Plan dann geräumt und die Sanierungsarbeiten beginnen. Zum 100. Geburtstag der Schlossfestspiele im Jahr 2032 ist dann die Wiedereröffnung angedacht.
Den Baubeschluss zur Sanierung will die Stadtverwaltung im kommenden Herbst vorlegen. Bis dahin will sie so viele Fördergelder einsammeln, wie sie kriegen kann. In der Beschlussvorlage aus dem Gemeinderat geht hervor, dass sich die Stadt beispielsweise schon direkt an die neue Landesregierung gewandt hat. Man habe der Regierung ein Sonderförderprogramm für Kulturstätten in Baden-Württemberg „angetragen“, heißt es in der Vorlage. Falls dieses Programm nicht zustande komme, habe man außerdem eine „angemessene Einzelfallförderung“ beantragt.