Die Stuttgarter Ultras demonstrieren gemeinsam mit anderen Gruppen an diesem Samstag für Freiheitsrechte. Foto: picture alliance / dpa/Inga Kjer

Fußballfans in Baden-Württemberg machen als Teil eines Bündnisses aus knapp 50 Organisationen gegen die geplante Polizeigesetzverschärfung mobil. An diesem Samstag wird das lokale Stuttgarter NoPolGBW-Bündnis auf die Straße gehen.

Stuttgart - Konsequente Video-Überwachung, Meldeauflagen, Intensivkontrollen – Fußballfans sind schon lange harte Bandagen der Exekutive gewohnt. Geht es jedoch nach einigen Politikern, soll das noch längst nicht alles gewesen sein. Über eine Verschärfung des seit 2017 in Baden-Württemberg geltenden Polizeigesetzes nach bayerischem Vorbild wird schon länger debattiert. Im Herbst könnte die grün-schwarze Landesregierung nun eine weitere Verschärfung des Polizeigesetzes in Baden-Württemberg beschließen. Dieses könnte die Eingriffsrechte und Befugnisse der Polizei noch einmal deutlich erweitern – und zwar auf Kosten der Freiheitsrechte jedes Bürgers – egal, ob Fußballfan oder nicht.

Lesen Sie hier: Philipp Klement trainiert wieder mit der Mannschaft

Dagegen wehrt sich eine Allianz aus knapp 50 Organisationen, die unter dem Slogan „Freiheitsrechte verteidigen“ an diesem Samstag in ganz Baden-Württemberg zu Protesten aufgerufen haben. In Stuttgart, Freiburg, Mannheim und Karlsruhe wird es Aktionen und Kundgebungen geben. Teil des lokalen Stuttgarter NoPolGBW-Bündnisses sind auch die Stuttgarter Ultra-Gruppierungen um das „Commando Cannstatt“, die bei der Demonstration an diesem Samstag (Start 15.30 Uhr, Marktplatz Bad Cannstatt) mitmarschieren werden. Auch von den Fans der Vereine SC Freiburg, Waldhof Mannheim, Karlsruher SC und vom 1. FC Heidenheim wird erwartet, dass sie auf die Straße gehen.

Seit Wochen schon verstärken die Stuttgarter Ultras ihre Maßnahmen, um auf die Thematik aufmerksam zu machen. So gab es bei Spielen des VfB Stuttgart zuletzt mehrfach entsprechende Banner und Spruchbänder zu sehen. Zudem wurden Flyer verteilt und auch die gruppeneigenen Medien, etwa das „Cannstatter Blättle“, das bei den Heimspielen in der Cannstatter Kurve verteilt wird, wird für die Mobilmachung genutzt. Auf der Homepage des Bündnisses wird über die Thematik und die geplanten Aktionen informiert. Aufseiten der Stuttgarter Veranstalter rechnet man mit etwa 1000 Teilnehmern der Demo in Stuttgart, die durch eine Abschlusskundgebung vor dem Cannstatter Carré abgeschlossen werden soll.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: