Geothermie in Böblingen Zweite Bohrung ist auffällig

Von aik 

Rita La Marra zeigt den größten Riss in ihrem Haus in Böblingen. Foto: Peter Petsch
Rita La Marra zeigt den größten Riss in ihrem Haus in Böblingen. Foto: Peter Petsch

Zehn Bohrlöcher für Erdwärmeheizungen sollen in Böblingen untersucht werden, gleich das zweite ist den Experten unangenehm aufgefallen.

Böblingen - Zehn Bohrlöcher für Erdwärmeheizungen sollen in Böblingen untersucht werden, gleich das zweite ist den Experten unangenehm aufgefallen.

Nach Angaben des Landratsamts Böblingen gibt es bei der Bohrung südlich der Stuttgarter Straße in rund 40 Metern Tiefe Auffälligkeiten beim Temperaturverlauf, die vermuten lassen, dass Wasser in Bewegung ist. „Wir wissen nun, dass wir dort weiteren Klärungsbedarf haben“, macht Landrat Roland Bernhard deutlich, dass damit noch nicht die Ursache der möglichen Geothermie-Misere gefunden ist.

Seit 2011 sind im Norden und Nordosten von Böblingen Risse an mehr als 100 Häusern entstanden. Aufgrund von Messungen geht das Wasserwirtschaftsamt davon aus, dass Geothermiebohrungen als Ursache in Frage kommen könnten. Im betroffenen Bereich waren zwischen 2006 und 2008 zehn Löcher für Erdwärmeheizungen gebohrt worden.

An der aktuellen Untersuchungsstelle war der quellfähige Gipskeuper allerdings erst in etwa 50 Metern Tiefe vermutet worden. Deshalb ist noch unklar, ob die Probleme darüber als Ursache für die Hebungen des Untergrunds um bis zu zwei Zentimetern in drei Monaten in Frage kommen. Die Fachleute prüfen nun auch, wie die vermutlich schadhafte Zementfüllung in 40 Metern Tiefe repariert werden kann. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die Untersuchung der acht Bohrlöcher im südlichen Bereich der Hebungen zwischen altem Friedhof und Eichendorffschule. Diese sollen im Februar stattfinden. Mit den Ergebnissen der Befliegung des Gebiets rechnet die Behörde in etwa sechs Wochen.

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