Das Forum in Ludwigsburg hat zahlreiche Mängel. Die Stadtverwaltung hat jetzt einen Plan vorgestellt, was eine Sanierung kosten könnte und wann sie mit ihr fertig sein möchte.
Von außen ist nichts zu erkennen. Und auch im Inneren fällt auf den ersten Blick nichts auf. Anders als in der sanierungsbedürftigen Stuttgarter Staatsoper gibt es hier keine Risse in den Wänden und es müssen auch keine provisorisch eingesetzten Pfeiler die Decke stützen. „Die Bausubstanz ist in einem guten Zustand“, sagt der Technische Leiter des Forums am Schlosspark in Ludwigsburg, Lars Schemmerling.
Und dennoch ist eine Sanierung des Gebäudes unumgänglich, denn an immer mehr Stellen zeigen sich Mängel. Der Brandschutz weist Defizite auf, die Decke ist stellenweise undicht, die Elektronik ist veraltet. „Bei der Bühnentechnik arbeiten wir noch mit Windows XP“, heißt es. Nun hat die Stadtverwaltung Ludwigsburg einen Plan vorgestellt, der den möglichen Beginn der Arbeiten, die voraussichtlichen Kosten und die geplante Finanzierung skizziert.
Ist eine Generalsanierung notwendig?
Für Oberbürgermeister Matthias Knecht ist klar: „Die Veranstaltungsstätte ist für Ludwigsburg unverzichtbar.“ Sie hebe die Stadt auf ein anderes Level, wenn es um Hochkultur, Konzerte und Opern geht. Um die Kulturstätte zu erhalten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder werden weiterhin nur einzelne Mängel behoben, wenn sie auftreten, oder es erfolgt eine umfassende Generalsanierung. „Wir tendieren zu der zweiten Option“, so Knecht. Einen Neubau schließt er dagegen aus – die Kosten wären viel zu hoch, und ein Abriss ist nicht möglich, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht.
Wie viel soll die Generalsanierung die Stadt kosten?
Eine erste Schätzung für die Generalsanierung beläuft sich auf etwas über 100 Millionen Euro, so Knecht. Die im Vorfeld befürchteten 200 Millionen Euro Kosten schließe er dagegen aus. Die Stadt müsste das Geld jedoch nicht allein aufbringen. Der Oberbürgermeister sieht das Land und den Bund in der Pflicht, sich an den Kosten zu beteiligen. Mindestens die Hälfte sollen andere Stellen bezahlen, so Knecht. Besonders vom Land erhofft er sich finanzielle Unterstützung: „Das Gebäude ist schließlich ein Landesdenkmal.“ Zudem hält er es für möglich, dass sich auch Stiftungen an der Sanierung beteiligen.
Dennoch bleibt die Sanierung eine erhebliche finanzielle Belastung für die Stadt, die derzeit mehr daran denkt Geld einzusparen statt auszugeben. Mario Kreh, Geschäftsführer des städtischen Eigenbetriebs Tourismus und Events Ludwigsburg, ist für den Betrieb und die Instandhaltung des Gebäudes zuständig. Er betont, dass die Kosten über mehrere Jahre abgeschrieben und im Haushalt finanziert werden könnten. Außerdem belaufen sich die Betriebskosten des Gebäudes auf 3,5 Millionen Euro pro Jahr – diese würden während der Bauphase entfallen. Zudem betont er, dass durch energetische Sanierungsmaßnahmen langfristig die Betriebskosten gesenkt werden können.
Wo finden Veranstaltungen während der Sanierung statt?
Während der mehrjährigen Umbauphase müsste der Betrieb im Forum vollständig ruhen. Konzerte, Aufführungen und Proben müssten in andere Gebäude verlegt werden. Knecht nennt als mögliche Ausweichorte das Scala, die MHP Arena oder die Waldorfschule. „Alles, was in der Stadt eine Bühne hat, ist denkbar.“ Diese Spielstätten müssten bis dahin jedoch für die neuen Anforderungen fit gemacht werden. Von der Generalsanierung soll daher nicht nur das Forum profitieren, betont Knecht.
Wann sollen die Bauarbeiten beginnen?
Für April plant die Stadtverwaltung eine Kulturkonferenz, um sich mit den Kulturschaffenden über ihre Bedürfnisse während der Umbauphase auszutauschen. Gegen Ende des Jahres soll der Stadtrat über die Pläne abstimmen. Der Baubeginn ist jedoch erst für 2027 vorgesehen, da im Jahr 2026 noch Veranstaltungen im Forum stattfinden sollen. Für 2027 wird hingegen nicht mehr geplant. Wie lange der Betrieb aufgrund der Sanierung ausfallen wird, können die Verantwortlichen noch nicht genau sagen, sie rechnet aber mit 3-4 Jahren.
Wie lange bleibt das Forum geschlossen?
„Unsere Vision ist es, bis 2032 fertig zu sein und das sanierte Forum wieder zu eröffnen“, so Knecht. Dann feiern die Ludwigsburger Schlossfestspiele ihr 100-jähriges Bestehen. Neben dem Residenzschloss, dem Schlosspark und dem Marktplatz soll dann auch das Forum wieder als Veranstaltungsort für das älteste Musikfestival in Deutschland fungieren.
Das Forum benötigt eine Sanierung
Großer Sanierungsbedarf
Das Forum am Schlosspark in Ludwigsburg wurde 1984 erbaut und ist daher mittlerweile mehr als 40 Jahre alt. Entsprechend sind die Lüftungs-, Wasser- und Elektroleitungen teils veraltet.
Immer wieder wurde investiert
In der Vergangenheit wurde bereits viel Geld in das Gebäude gesteckt. Zuletzt wurde in das Restaurant, die Toiletten und die Lüftungsanlage investiert. Dabei sind Kosten von 3,5 Millionen Euro angefallen.