Im Januar 2016 sollen die Arbeiten am Gebäude an der Ecke Leobener/Wiener Straße beginnen. Rund 11 Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Foto: Torsten Ströbele

Während Bauzeit werden die Vereine und Schulen Kompromisse eingehen müssen.

Feuerbach - Das Hallenbad ist in die Jahre gekommen. Im Februar wurde an der Ecke Wiener und Leobener Straße der 50. Geburtstag des denkmalgeschützten Gebäudes gefeiert.

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren gefordert, das Bad zu sanieren. Schon 1998 stellte der damalige SPD-Stadtrat Robert Baumstark den Antrag, „den vor sich hin dümpelnden Feuerbacher Badetempel“ auf Vordermann zu bringen. 3,9 Millionen Mark seien dafür erforderlich. Mittlerweile ist der finanzielle Bedarf weitaus größer, um das Hallenbad zu sanieren. Er liegt laut Stadtverwaltung bei 11,05 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat diese Summe in den vergangenen Haushaltsberatungen für die Baumaßnahme zur Verfügung gestellt. Lange haben die Feuerbacher darauf warten müssen, obwohl sie nicht müde wurden, die Missstände anzusprechen. Unzählige Male forderten die Bezirksbeiräte, dass die Sanierung des Bades endlich erfolgen müsse. 2008 sprachen die Freien Wähler im Gemeinderat von „einem erbärmlichen und desolaten Zustand. Ekel erregende Duschen, heruntergekommene Umkleiden, Schränke mit fehlenden Türen, verrostete Treppen im Schwimmbecken und andere unvorstellbare Zustände.“ Und auch der Feuerbacher Jugendrat klagte 2012 über die Gefahrenstellen und mangelnde Hygiene.

Bald sollen diese Zustände der Vergangenheit angehören. Im Januar 2016 ist geplant, mit der Generalsanierung des Hallenbades zu beginnen. Detlef Szlamma von den Bäderbetrieben Stuttgart war nun in der jüngsten Sitzung des Feuerbacher Bezirksbeirates zu Gast, um über die geplanten Maßnahmen zu berichten. „Die Generalsanierung beinhaltet in weiten Teilen den Rückbau auf den Rohbeton“, sagte Szlamma. Zudem entspreche die Sprunganlage nicht mehr den gängigen Sicherheitsanforderungen und soll deswegen ersetzt werden. Auch die Bädertechnik sowie die Duschen und Toiletten werden erneuert. Geplant ist zudem, dass zwei Aufzüge eingebaut werden, um die Barrierefreiheit des Bades zu gewährleisten. „Das letzte Wort hat dabei aber das Landesamt für Denkmalpflege“, sagt die Geschäftsführerin der Bäderbetriebe, Anke Senne, auf Nachfrage. Sie ist allerdings frohen Mutes, dass die Lifte genehmigt werden.

Eins zu eins werden die Angebote nicht stattfinden

Im Zuge der Generalsanierung werde man sich natürlich auch der etwa acht Meter hohen Glasfassade des Bades annehmen, sagte Szlamma. „Die Malerei mit dem Titel ,O du mein Neckar´ des bekannten Künstlers HAP Grießhaber ist darauf leider fast schon nicht mehr zu erkennen.“ Hier werde man vor allem bei der Entnahme der einzelnen Fenster sehr vorsichtig vorgehen müssen.

Konzeptionell solle sich am Bad allerdings nichts ändern. Es werde auch nach der Sanierung weiterhin vorwiegend von Vereinen und Schulen genutzt, sagte Szlamma. Mittlerweile hätten mit den Hauptnutzern des Bades Gespräche stattgefunden, wie die 18 Monate lange Bauzeit überbrückt werden könne. „Eins zu eins werden wir die Angebote interimsweise leider nicht in anderen Bädern umsetzen können.“ Das bestätigt auch Anke Senne: „Klar ist, das etwas ausfallen muss. Wir sind überall fast voll belegt.“ Im Sommer könnte sie sich vorstellen, dass zum Beispiel die Schulen zum Schwimmunterricht ins Freibad Killesberg gehen. Während der kalten Jahreszeit gebe es für die beiden Feuerbacher Gymnasien aber in Stuttgart nur begrenzte Möglichkeiten. Deshalb werden wohl die Vereine größtenteils nach Leonberg, Gerlingen oder Korntal-Münchingen ausweichen müssen. „Wir werden aber gemeinsam eine pragmatische Lösung finden, mit der alle zufrieden sein werden. Da sehe ich kein Problem“, sagt Senne. Davon geht auch der Präsident der Sportvg Feuerbach, Rolf Schneider, derzeit aus: „Wir hatten gute Gespräche und werden diese im Frühjahr fortsetzen.“ Einige Anregungen der Hauptnutzer seien schon in die Planungen mit eingeflossen. Auf Wunsch der Vereine wird ein Gymnastikraum eingerichtet. Zudem werden die Räume der ehemaligen Gaststätte nach der Sanierung als Mehrzweckraum genutzt.

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