Die SPD weist die Kritik an den Gemeinschaftsschulen zurück. Foto: dpa

Im Streit um ein negatives Gutachten einer Tübinger Gemeinschaftsschule wehrt sich die SPD gegen Kritik aus der Opposition. SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel spricht von Populismus.

Stuttgart - SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel weist die Kritik der CDU an den Gemeinschaftsschulen zurück. Ihr Spitzenkandidat Guido Wolf betreibe „Populismus pur“, wenn er kritische Berichte über zwei Klassen an einer einzigen Schule dazu nutze, um Gemeinschaftsschulen „in den Dreck“ zu ziehen, sagte Fraktionschef Claus Schmiedel am Mittwoch.

Auslöser der Diskussion ist ein Artikel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Diese hatte am Montag berichtet, das Kultusministerium halte ein „vernichtendes Gutachten“ unter Verschluss, das belege, dass die neue Schulart gescheitert sei. So klappe an einer Tübinger Schule weder die individuelle Förderung noch die Inklusion behinderter Schüler.

Darauf hatte Wolf der Landesregierung vorgeworfen, Eltern und Schulträgern Informationen vorzuenthalten und sie zu täuschen. Die Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes. Irmtrud Dethleffs-Niess, erklärte, der Bericht bestätige „unsere Vermutung, dass es sich bei der so übereilt und ohne tragfähiges Konzept installierten Gemeinschaftsschule um ein teures Experiment mit unklarem Ausgang handelt“.

Die Forschergruppe zur Wissenschaftlichen Begleitung der Gemeinschaftsschule Baden-Württemberg kritisierte die Veröffentlichung der Unterlagen. Damit würden „Tatsachen verfälscht in die öffentliche Diskussion“ gebracht. „Ein Bericht, der den Entwicklungsstand einer einzelnen Schule darstellt, kann nicht exemplarisch für die Praxis der Gemeinschaftsschulen insgesamt interpretiert werden.“ Solche Einzelberichte würden aus Datenschutzgründen auch nicht an das Kultusministerium weitergegeben. Der Bericht sei ausschließlich für die Schulen bestimmt, damit sie Schwierigkeiten beheben könnten.

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