Die Wahlhelfer hatten alle Hände voll zu tun wie hier in Mönsheim. Foto: Brunhilde Arnold

Die Kräfteverhältnisse in Heimsheim, Friolzheim, Mönsheim und Wimsheim ändern sich nach der Wahl trotz vieler neuer Gesichter nicht grundlegend.

Eine Liste weniger in Wimsheim und Friolzheim, eine mehr in Mönsheim, Mütter und Töchter sowie Väter und Söhne können künftig für Spannung in den Kommunalparlamenten sorgen.

 

So bringt etwa die Gemeinderatswahl in der Schleglerstadt Heimsheim interessante Personalien mit sich. Zwar hat sich bei der bestehenden Sitzverteilung zwischen den sechs Gruppierungen nur minimal etwas verändert – die Bürger für Heimsheim (BfH) haben einen Sitz verloren, die Unabhängige Wählervereinigung (UWV) hat einen Sitz mehr. Aber unter den Neuen gibt es bekannte Namen. So wird die langjährige Gemeinderätin Gaby Wulff wieder mit einer ihrer Töchter zusammen im Gremium sitzen: Linda Wulff hat für die Frauen für Heimsheim (FfH) einen Sitz geholt. Die FfH-Rätin Carolin Schneider war nicht mehr angetreten. Schneider war für Ann-Marie Wulff nachgerückt, ebenfalls eine Tochter der BfH-Fraktionsvorsitzenden Gaby Wulff.

Sogar direkt nebeneinander am Ratstisch werden künftig Mutter und Tochter sitzen: Hannah Hensler hat für die SPD wieder den Einzug geschafft, Doro Moritz wird neu an ihrer Seite sein, nachdem das Heimsheimer SPD-Urgestein Rolf Vetter nicht mehr zur Wahl stand. Neuer Stadtrat wird auch der Sohn des langjährigen früheren Rats Walter Gommel. Mit dem Einzug von Eugen Gommel hat die UWV nun zwei Sitze.

Nur noch drei statt vier Listen

In der zweitgrößten Altkreisgemeinde Friolzheim stellten sich diesmal nur drei Listen zur Wahl. Der Verbund Christlich Demokratische Union–Bürgerliste (CDU-BL) trat nicht mehr an. Stattdessen kandidierten die beiden Gemeinderätinnen Karin Dinkelacker und Carina Malthaner erfolgreich bei der Freien Wählervereinigung. Deren Fraktionschef Reiner Lamparter hatte eine extra lange Liste mit 21 Kandidaten aufgestellt.

Mit sechs Räten ist die FWV nun gleich stark wie die Liste Wir für Friolzheim (WFF). Diese bekommt nicht nur zwei Sitze mehr, sondern auch vier neue Ratsmitglieder, eines ist Tim Sülzle, der Sohn des Fraktionsvorsitzenden Jürgen Sülzle. Von der Liste bunt für Friolzheim bleiben statt drei nur noch deren zwei prominenteste Vertreter Jane Brosch und Andreas Schur im Gremium.

Hans Kuhnle hat sich zurückgezogen

Federn lassen musste in Mönsheim auch die Freie Wählervereinigung (FWV). Mit fünf Sitzen, zwei weniger als bisher, bleibt sie aber stärkste Fraktion. Denn auch die Unabhängige Bürgerliste (UBLM) musste einen ihrer fünf Sitze abgeben, weil es mit der neuen Mönsheimer Liste (ML) einen zugkräftigen Mitbewerber gab. Sie gewann auf Anhieb drei Sitze. Einen wird Silke Wuff einnehmen, die überhaupt die meisten Stimmen in Mönsheim auf sich vereinen konnte. „Ich habe nicht damit gerechnet“, sagt sie auf Nachfrage.

Doch schon im Wahlkampf habe sich abgezeichnet, dass viele Mönsheimer die häufigen Negativschlagzeilen im Ort nicht mehr wollten. „Wir sind nicht gegen irgendwen angetreten, sondern für mehr Miteinander“, betont sie. Nicht mehr zur Wahl stand der langjährige Gemeinderat Hans Kuhnle, der den neuen Bürgermeister Michael Maurer seit dessen Wahl vor zwei Jahren besonders kritisch begleitete.

Liste Wimsheim Miteinander tritt nicht mehr an

Nicht mehr angetreten ist in Wimsheim auch die Liste Wimsheim Miteinander mit ihren zwei Mitgliedern. Beate Lämmle-Koziollek hatte in jüngster Zeit ihren Rückzug bereits angedeutet. Im Jahr 2018 hatte sie gegen den Amtsinhaber Mario Weisbrich bei der Bürgermeisterwahl einen Achtungserfolg von gut 30 Prozent der Stimmen erreicht. Diese Liste war ebenso wie die Liste Bürgerinitiative (BI) im Zuge der Diskussion um die Ansiedlung der Goldscheideanstalt Hafner 2014 in den Gemeinderat gelangt. Nachdem sich bei der BI deren altgediente Gemeinderäte nach und nach zurückgezogen hatten, stellte sich die Liste neu auf und kann mit Sabine Höllein und Michael Zotz zwei neue Mitglieder ins Gremium entsenden. Der auf Platz eins gesetzte André Martin schaffte den Sprung nicht.

Auf Anhieb schaffte es aber Andreas Griesinger auf der Liste der Bürger für Wimsheim (BfW), neuer Gemeinderat zu werden. Der in Wimsheim praktizierende Kinderarzt heimste viele Stimmen für die BfW ein. Dies und der Wegfall von Wimsheim Miteinander lässt die Fraktion von vier auf sechs Köpfe anwachsen. Damit überholt sie die Freie Wählervereinigung (FWG), die weiter bei vier Mitgliedern im Gemeinderat bleibt, obwohl auch sie mit dem Zahnarzt Klaus Bohnenberger ein Zugpferd in ihren Reihen hat. Die FWG war mit einer reinen Männerliste zur Wahl angetreten.