In Renningen ist das Wählerbündnis traditionell stark im Gemeinderat vertreten. Grüne und SPD verlieren. Neu im Gremium ist die AfD mit einem Mandat.
In Renningen mussten die Bürgerinnen und Bürger länger auf die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen warten, als ihnen lieb war. Ein Fehler in der Datenverarbeitung beim Online-Dienstleister sorgte für massive Verzögerungen bei der Weitergabe der Resultate. Von den Schwierigkeiten seien auch weitere Städte und Gemeinden betroffen gewesen, wie Pressesprecherin Alicia Paulus am Montagabend berichtete.
Am Ende eines langen Auszählungsmontags stand in der Rankbachstadt dann aber mal wieder fest: Die Freien Wähler sind traditionell eine Macht. Daran hat auch die Kommunalwahl am Sonntag nichts geändert. Das Wählerbündnis verteidigte seine sechs Sitze im Gemeinderat und bleibt mit 29,4 Prozent der Stimmen die mit Abstand stärkste Kraft. Im Jahr 2019 hatten sie 29,3 Prozent geholt. Dahinter balgten sich während der Auszählung lange Zeit die Grünen und die CDU um Rang zwei – mit dem besseren Ausgang für die Christdemokraten, die 18,2 Prozent der Stimmen holten und weiterhin vier Sitze im Gemeinderat belegen. Sie steigerten sich damit im Vergleich zur vergangenen Wahl um zwei Prozent.
Die Grünen, am Ende bei knapp 18 Prozent, bewegten sich im Trend der Europawahl und verloren 3,2 Prozent und einen Sitz – statt fünf sind es nurmehr vier Plätze im Gremium. Schlechte Nachrichten gab es auch für die SPD. Knapp 17 Prozent aus dem Jahr 2019 stehen nun 12,7 Prozent gegenüber – was gleichbedeutend mit dem Verlust eines Ratssitzes ist (drei statt vier).
Die Frauen für Renningen steigern sich um einen Gemeinderatssitz
Freude hingegen bei den FfR (Frauen für Renningen), die sich von zwei auf drei Sitze steigerten – und 11,4 Prozent holten (2019: 11,6). Auch die FDP behält in Person von Oliver Schmiedeberg ihren Vertreter, 3,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für die Liberalen. 2019 waren es noch 4,72 Prozent gewesen. Neu im Rat ist die AfD mit einem Sitz. Lange hatte es danach ausgesehen, dass die Rechtsaußenpartei mit 6,7 Prozent zwei Plätze erringt. 2019 hatte es in Renningen noch keine Liste gegeben.
Standesgemäß stellen die Freien Wähler die Stimmenkönigin bei dieser Kommunalwahl. Spitzenkandidatin Melanie Lederer, Hausärztin in Renningen, vereinte 10 552 Stimmen auf sich. Die Wahlbeteiligung in Renningen lag bei 63,6 Prozent, wahlberechtigt gewesen waren 14 600 Personen.