Ab durch die Hecke: Auch in Leonberg gibt es viele streunende Katzen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Eine Verordnung verpflichtet Katzenhalter, ihre Freigänger zu kastrieren und zu registrieren. Außerdem können Streuner nun gefangen und kastriert werden. Dafür hat der Gemeinderat nun grünes Licht gegeben.

Jetzt ist es amtlich, Leonberg bekommt eine Katzenschutzverordnung. Das heißt: Jede Freigängerkatze muss kastriert und gekennzeichnet werden. Und kommt ein Auftrag vom Katzenbesitzer, von Ordnungsämtern oder dem Veterinäramt, können die Katzen auch auf privatem Eigentum eingefangen werden. Mit 17 Ja-Stimmen (bei zwei Gegenstimmen und restlichen Enthaltungen) hat der Gemeinderat sein Go gegeben – zugleich war jedoch nicht jedes Gremiumsmitglied begeistert. Eingebracht hatte den Antrag die Grünen-Stadträtin Sibylle De Mott. Sie warb jüngst im Rat nochmals um Zustimmung.

 

Streuner sind oft krank und unterernährt

Herumstreunende Katzen können nun gefangen, registriert und kastriert werden. Oft sind die Streuner krank und unterernährt – und sie vermehren sich unkontrolliert. Es ist an ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen wie Jutta Szabo vom Kreistierheim Böblingen, Tiere einzusammeln. Für die eigentlichen Kastrationen stellt das Landratsamt 15 000 Euro im Jahr zur Verfügung. Der Stadt Leonberg entstehen keine Zusatzkosten.

Begeistert war nicht jeder. Willi Wendel, CDU-Stadtrat und Landwirt, brachte etwa vor: „Bei uns im landwirtschaftlichen Betrieb sollen Katzen Mäuse, Ratten und Tauben fangen.“ Allerdings kümmere sich auf dem Hof niemand um sie. Einfangen müsse sie aber sicher niemand. „Aber man bekommt so aus dem Tierheim eben auch keine kastrierte Katze, wenn man dort fragt.“ Problematisch seien vielmehr die Leute, die widerrechtlich fremdes Eigentum beträten und die Katzen einfingen.

Keine Schutzzone um landwirtschaftliche Betriebe

Willi Wendel beantragte vielmehr, zusätzlich zur Verordnung eine Schutzzone von drei Kilometern rund um landwirtschaftliche Betriebe einzurichten. Eine Mehrheit gab’s dafür aber nicht. Vielmehr wies Sibylle De Mott nochmals darauf hin, dass die Freiwilligen nicht einfach so auf Privatgelände kommen würden.

Elke Staubach, CDU-Fraktionschefin, hielt es nicht für sinnvoll, dass die Verordnung für das gesamte Stadtgebiet gelten solle. Gegenargument De Mott: „Streunende Katzen bewegen sich in einem riesigen Gebiet, vor allem die Kater während der Paarungszeit.“ 180 Katzen wurden in den vergangenen zwei Jahren in Leonberg gefangen. Das Umfeld passt: Gärten und Wälder. Doch auch in bewohnten Gebieten kommen sie irgendwie zurecht.

Leonberg ist nicht die erste Kommune im Umkreis mit einer Katzenschutzverordnung. Auch Renningen, Weil der Stadt und andere setzen inzwischen darauf.