Die Fenster im Rathaus der Gemeinde Lichtenwald sind alt und müssen aus energetischen Gründen erneuert werden. Die Auflagen des Denkmalamts wirken sich aber auf die Kosten aus. Welche Optionen gibt es?
Die Gemeinde Lichtenwald muss die Fenster des Rathauses aus energetischen Gründen sanieren lassen. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht und daher viele Auflagen zu berücksichtigen sind, wird das Vorhaben mit rund 100 000 Euro nicht günstig. Der Gemeinderat hat die Vergabe der Arbeiten kürzlich beschlossen.
Das Lichtenwalder Rathaus in Thomashardt, im Jahr 1812 als Schulhaus erbaut, weist nach allen Seiten viele Fenster auf. Die Arbeitsplätze in den Büros sind dadurch zwar hell, doch die Freude daran wird seit geraumer Zeit getrübt. „Die Fenster sind alt, die Dichtungen marode oder nur teilweise vorhanden, es zieht durch alle Ritzen, im Winter haben wir an manchen Scheiben sogar Eisblumen“, beschrieb Bürgermeister Ferdinand Rentschler in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Situation. Die Sprossenfenster, bauzeittypische Doppelfenster mit Einfachverglasung, wiesen „so gut wie keine Isolationswirkung“ auf. „Energetisch ist das völlig aus der Zeit gefallen“, konstatierte Rentschler.
Eine Lösung erwies sich jedoch als schwierig, denn das Rathaus steht unter Denkmalschutz. Eine zunächst favorisierte Kompletterneuerung der Fenster wäre zwar relativ günstig gewesen, musste jedoch nach Rücksprache mit dem Landesdenkmalamt verworfen werden. „Aus Gründen des Denkmalschutzes müssen die Fenster so erhalten bleiben, wie sie eingebaut sind, einschließlich der Beschläge“, sagte Rentschler.
Als einzige von der Denkmalbehörde ebenfalls akzeptierte Möglichkeit biete sich an, die Scheiben und die Sprossen der äußeren Fensterflügel auszubauen und stattdessen dünne, hochisolierende Scheiben einzusetzen, auf die die Sprossen aufgeklebt werden. Zusammen mit neuen Dichtungen könne damit sowohl den energetischen Anforderungen als auch dem Denkmalschutz Genüge getan werden.
Zuschuss aus Förderprogramm des Landes beantragt
Das Ganze gibt es freilich nicht im Baumarkt. Die Fenster und die Rahmen sind nicht genormt und auch nicht identisch. Die Sanierung ist daher mit viel Handarbeit verbunden, und so beläuft sich das Angebot, das die Gemeinde von einem spezialisierten Fensterbauer erhalten hat, auf etwa 91 000 Euro – inklusive der notwendigen Nebenarbeiten wird mit Gesamtkosten von etwa 100 000 Euro gerechnet.
Der Gemeinderat beschloss die Vergabe mit großer Mehrheit. Hinsichtlich der Kosten bestehe noch ein kleiner Hoffnungsschimmer, teilte Rentschler mit. Die Gemeinde habe einen Antrag auf einen Zuschuss aus einem Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg gestellt. Aus dem Programm kann die Reparatur von historischen Fenstern an denkmalgeschützten Gebäuden unterstützt werden. Lichtenwald könnte nach den Richtlinien mit einem Zuschuss von etwa 20 000 Euro rechnen. Ein Anspruch auf Förderung besteht freilich nicht.