Gerda Fischer und Jürgen Lohmann gutgelaunt bei der Präsentation des Donnerstag-im-Bürgerhaus-Programm. Wenn es um die Gema-Gebühren geht, sieht das anders aus. Foto: Käfferlein

Die Gebühren bereiten den Veranstaltern der Donnerstags-Reihe im Bürgerhaus Kopfzerbrechen. Selbst Bezirksvorsteher Lohmann, in Vorlagen und Co. eigentlich geübt, hatte seine liebe Not mit den gefühlten 100 Vordrucken auf der Gema-Seite.

Möhringen - Der Bezirksvorsteher mag klare Verhältnisse. „Wir wollen auf der sicheren Seite sein“, sagt Jürgen Lohmann. Doch wenn es um die Gema-Gebühren für die Veranstaltungsreihe Donnerstag im Bürgerhaus geht, fühlt sich das seit einigen Monaten ein wenig wie Stochern im Nebel an. Die Spielregeln haben sich geändert. Neunmal im Jahr heißt es „Vorhang auf!“ im Bürgerhaus. Dann treten Musikgruppen und bekannte Größen der Kleinkunst wie Inez Martinez auf.

Eben diese neun sind nun ein Problem. Bisher war eine Sammelabrechnung möglich, nun muss jede Veranstaltung einzeln abgerechnet werden. Bei zehn Terminen würde sich im Vergleich zu vorher nichts ändern. Das zumindest hat man dem Bezirksvorsteher so gesagt. „Neun Veranstaltungen sind für uns aber die Kapazitätsobergrenze“, sagt Lohmann.

„Wir sind denen hilflos ausgeliefert“

Im Team, das die Veranstaltungen organisiert, sind ausnahmslos ehrenamtliche Kräfte aktiv. 20 Helfer sind pro Abend im Einsatz. „Wir machen alles selbst“, sagt Gerda Fischer, Vorsitzende des Bürgervereins. Sie ergänzt: „Wir wollen den Bürgern etwas bieten, bei dem sie auftanken können.“ Dabei habe man von Anfang Wert darauf gelegt, dass alles korrekt ablaufe, sagt Lohmann. Sprich: Vom ersten Tag an wurden die Veranstaltungen angemeldet, auch bei der Künstlersozialkasse. Als er von den Änderungen erfahren hat, hat Lohmann sich mit der Gema in Verbindung gesetzt: „Doch Hilfe gab es keine. Nur den Verweis auf das Internet.“ Auch seine Bitte nach einem Gespräch wurde ausgeschlagen. Bei der neuen Regelung ließe sich ohnehin nichts machen, lautete die Auskunft. Lohmann, als Bezirksvorsteher in Vorlagen und Co. eigentlich geübt, hatte seine liebe Not mit den gefühlten 100 Vordrucken auf der Gema-Seite: „Da musste ich mich erst durchkämpfen.“ Die Prozedur sei deutlich aufwendiger als vorher. Zwei Einzelabrechungen hat Lohmann bereits abgeschickt: „Wir müssen nun schauen, was unter dem Strich herauskommt.“ Er hofft, dass die finanziellen Aufwendungen im Rahmen bleiben: „Sonst können wir nicht mehr das Niveau unser Veranstaltungen halten.“

Auch Gerda Fischer ist nicht unbedingt gut auf die Gema zu sprechen. Ihrem Unmut hatte sie auch bei der Hauptversammlung des Bürgervereins Luft gemacht. „Das macht mich ganz narret. Wir sind denen hilflos ausgeliefert“, sagte sie damals. Vor allem die beiden 20-Minuten-Konzerte des Musikvereins und des Posaunenchors beim Christkindlesmarkt trieben ihr die Zornesröte ins Gesicht. 220 Euro sollte der Bürgerverein für die Ständchen bezahlen.

Ausnahmeregelungen gibt es nicht

Mittlerweile freilich hat die Gema den Bescheid zurückgenommen, die Gebühr war für zwei Tage veranschlagt worden. Übrig blieben 120 Euro. „Wir sind aber ein rein karitativer Markt und bezahlen trotzdem den normalen Preis“, sagt Fischer kopfschüttelnd. Doch da kann ihr Gema-Sprecherin Christin Wenke keine Hoffnung machen: „Der Tarif gilt für alle Lizenznehmer gleich, Ausnahmeregelungen gibt es nicht.“ Gerda Fischer hat so ihre Erfahrungen mit der Gema gemacht: „Wenn Sie fünfmal dort anrufen, bekommen Sie fünfmal eine andere Auskunft.“ Das sei als steche man in Watte. Ganz zu schweigen vom „furchtbaren Wust“ an Vordrucken.

Immerhin, die neue Regelung mit den Einzelabrechnungen scheint nicht in Stein gemeißelt zu sein. „Musikfolgen, also die Formulare, die nach der Veranstaltung bei der Gema eingereicht werden müssen, können weiterhin gesammelt eingereicht werden.“, sagt Christin Wenke. Dabei gebe es kein Minimum oder Maximum an Veranstaltungen, die erreicht werden müssen. Der Bürgerverein dürfe auch weiterhin beispielsweise fünf oder sechs Musikfolgen nach den Veranstaltungen gesammelt einreichen. Die Pressesprecherin ergänzt: „Einen neuen Mehraufwand müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter somit nicht befürchten.“ Das hören Lohmann und Fischer sicherlich gern, auch wenn der Glaube daran noch ein wenig fehlt.

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