Muss das sein? Foto: Alex Vivido / shutterstock.com

Das Tückische am Coronavirus ist die Tatsache, dass es praktisch überall und nirgends sein könnte. Jeder Mensch könnte potenziell ein Überträger sein, ebenso jeder Gegenstand, den wir in die Hand nehmen. So auch Geldscheine.

Wie lange hält sich das Coronavirus auf Geldscheinen?

Nach aktuellen Kenntnisstand ist diese Frage nur schwer zu beantworten. In Untersuchungen einer amerikanischen Arbeitsgruppe kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass sich das Virus nach starker Kontamination bis zu 24 Stunden auf Papier halten kann. Eine neuere Studie aus dem Oktober 2020, die von australischen Forschern durchgeführt worden ist, stellte unter Laborbedingungen jedoch eine deutlich längere Nachweisbarkeit fest. Bei einer Temperatur von 20 °C überlebten die Erreger bis zu 28 Tage auf Papier und Geldscheinen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist jedoch darauf hin, dass die Tests unter optimalen Bedingungen und mit hoher Kontamination im Labor durchgeführt worden sind. Im Alltag ist die Stabilität des Virus aufgrund von Tageslicht, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen sowie einer geringeren Erregerlast mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich geringer.

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Kann man sich über Geldscheine anstecken?

Fakt ist, dass eine Schmierinfektion über Geldscheine denkbar ist. Allerdings liegen dem BfR bislang keine Erkenntnisse über Ansteckungen dieser Art vor. Für solch ein Szenario müssten nämlich einige Gegebenheiten vorliegen:
 

  • Zunächst müsste jemand den Geldschein durch direktes Anhusten oder Anniesen mit ausreichend Erregern kontaminieren, sodass diese über einen längeren Zeitraum aktiv bleiben.
  • Sie müssten dann kurz darauf den Geldschein in die Hand nehmen und die darauf befindlichen Viren in ausreichender Menge über die Hände auf Ihre Schleimhäute im Gesicht oder anderswo übertragen.
  • Selbst wenn dieses Szenario tatsächlich so eintreffen sollte, können Sie sich ganz einfach schützen, indem Sie die Hände aus dem Gesicht fernhalten und diese regelmäßig mit Seife gründlich waschen. So ist die Wahrscheinlichkeit, sich über Geld anzustecken, sehr gering.

Muss man die Geldscheine also desinfizieren?

Die Frage sollte vermutlich eher lauten, was passiert, wenn man Geldscheine im klassischen Sinne desinfiziert? Sie könnten dadurch beschädigt werden. Die einzig adäquate Desinfektionsmethode stellen wohl UV-C-Lampen dar. Diese können laut Bundesamt für Strahlenschutz auch Viren auf Oberflächen abtöten. Allerdings wird die Wirksamkeit einzelner Geräte nicht vom Bundesamt überwacht. Im Hinblick auf das geringe Übertragungsrisiko, das von Geldscheinen ausgeht, sollte so eine Anschaffung also gut überlegt sein. Schließlich könnten Sie die Geldscheine stattdessen auch einfach für 1 bis 3 Tage in Quarantäne stecken. Am besten indem Sie sie direkter Sonnenstrahlung aussetzen. So sollte das Virus von alleine absterben, falls Sie Bedenken bezüglich einer Schmierinfektion haben. Ansonsten sollten Sie die gegebenen Hygieneregeln einhalten und wenn möglich kontaktlos mit EC-Karte bezahlen. So umgehen Sie das Problem von potenziell kontaminierten Geldscheinen.

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