Verloren Schlüssel erhält man für 6,50 Euro vielleicht auf dem Fundbüro zurück. Foto:  

Die Stadt Stuttgart spricht von einer Ausnahmesituation und will nun eine Aushilfe einlernen. Auch telefonisch ist seit Ende März im Fundbüro niemand erreichbar.

Die meisten Bürgerinnen und Bürger kennen diese städtische Einrichtung nicht, weil sie sie glücklicherweise noch nie benötigt haben. Mit dem Gang zu dieser Dienststelle des Ordnungsamts ist dennoch oft die letzte Hoffnung auf Eigentumssicherung verbunden. Nun ist aber das Fundbüro in der Hauptstätter Straße 66 in der Stadtmitte, in dem alles abgegeben wird, das nicht in Stadtbahnen und Bussen und auch nicht auf dem Flughafen verloren gegangen ist, seit Wochen geschlossen und auch telefonisch nicht erreichbar.

 

Kein Personal – keine Aushilfe

Auf der Internetseite des Fundbüros ist immer nur die aktuelle Lage dargestellt. Auf Nachfrage teilt die Stadt allerdings mit, das man dort schon seit dem 26. März wegen „personeller Engpässe“ nicht mehr bedient wird. Ursache sind „krankheitsbedingte Ausfälle“. Das Problem ist in der Ordnungsbehörde allgegenwärtig. Es gibt allerdings gute Nachrichten: am Dienstag nach Ostern soll das Personal wieder auf dem Damm sein und das Fundbüro wieder geöffnet werden.

Laut Stadtverwaltung war es im vergangenen Jahr nur einen Tag mangels Mitarbeitern geschlossen gewesen, in diesem Jahr – die aktuelle Schließung ausgenommen – aber bereits neun Tage. Zwei Stellen sind der Dienststelle zugeordnet. Dass alle Mitarbeiter gleichzeitig erkrankt seien, ist für die Verwaltung ein Ausnahmetatbestand. Um solche Fälle künftig zu vermeiden, werde nun eine weitere Fachkraft für die Aushilfe ausgebildet.

Auch die Polizei nimmt Fundsachen entgegen

Die Stadt verweist zudem auf die Möglichkeit, Fundsachen bei den Polizeidienststellen und den Bezirksrathäusern abzugeben. Aber nur Ausweispapiere (Personalausweis, Reisepass) von Stuttgarter Bürgern werden an das Bürgerbüro Mitte weitergeleitet. Dagegen verbleiben Führerscheine und Kraftfahrzeugscheine von Stuttgartern beim Fundbüro. Geldbörsen mit Dokumenten von Personen, die nicht in Stuttgart leben, werden an das Fundbüro derjenigen Kommune weiterleitet, in der die Dokumente ausgestellt wurden. Sie werden dann dort ausgehändigt.

Geldbörsen mit ausländischen Dokumenten von Ausländern, die in Stuttgart leben, verbleiben beim Fundbüro. Ausländische Dokumente werden an die Ausländerbehörde weitergeleitet, die die Betroffenen informiert.

Geldbörsen mit Dokumenten von ausländischen Bürgerinnen und Bürgern, die nicht in Deutschland leben, werden an das zuständige Konsulat oder die zuständige Botschaft weitergeleitet und dort ausgehändigt.

Rückgabe kostet Gebühren

Wer einen Gegenstand findet, dessen Wert zehn Euro übersteigt, ist zur Abgabe oder zur Meldung gegenüber dem Fundbüro verpflichtet. Fundgegenstände werden sechs Monate lang aufbewahrt. Werden sie nicht abgeholt und hat der Finder auf seinen Rückgabeanspruch verzichtet, kann die Fundsache öffentlich versteigert werden.

Der Stadtkasse entgehen durch die Schließzeiten auch Gebühreneinnahmen: für Rückgaben werden zwischen 6,50 und 13 Euro verlangt.