Packen an (wie hier beim schlimmen Hochwasser in Rudersberg 2024): Die Helfenden des Leonberger THW dürfen sich über eine Millionensumme für ihre neue Unterkunft freuen. Foto: Stefan Neininger

Millionensumme für das Technische Hilfswerk: Der erste Schritt für den Bau der neuen Unterkunft in Leonberg ist getan. Das Projekt wird aber noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Das Frohlocken kennt kaum Grenzen. 15 Millionen Euro macht der Bund für den Bau der neuen Unterkunft des Technischen Hilfswerks (THW) in Leonberg locker. Diese Nachricht verbreiteten Politikerinnen und Politiker aus Lokal- und Bundespolitik dieser Tage fast im Minutentakt. „Eine Sensation“ nennt den Geldregen etwa die SPD-Bundestagsabgeordnete Jasmina Hostert. Von „Rückenwind für das Projekt in Leonberg“ spricht der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz. Landrat Roland Bernhard nennt es eine „großartige Nachricht für die ehrenamtlichen Helfer des THW Leonberg“.

 

Neue THW-Unterkunft auf dem Gelände der alten Straßenmeisterei

Entstehen soll die neue Bleibe auf dem Gelände der einstigen Straßenmeisterei an der Niederhofenstraße. Die bisherige Unterkunft an der Mollenbachstraße platzt bereits seit Jahren aus allen Nähten. 2024 hatte der Landkreis mit dem Umzug der Straßenmeisterei nach Magstadt Platz gemacht für einen möglichen Neubau. Jedoch wurde im selben Jahr die notwendige Neuordnung des Bundeshaushalts in Sachen Projektinvestitionen zunächst gesperrt – davon war auch das THW Leonberg betroffen.

Die alte Straßenmeisterei in der Leonberger Niederhofenstraße: Hier soll das THW seine neue Heimat finden. Foto: Simon Granville

Nun folgte jedoch grünes Licht für die Blau-Uniformierten. Interessant ist dabei das Vorgehen des Bundes, wie aus der Mitteilung von CDU-Mann Biadacz hervorgeht: Für alle Maßnahmen, bei denen bislang kein konkretes Projektkostenziel definiert wurde, wurde ein einheitlicher Finanzierungsansatz in Höhe von 15 Millionen Euro angesetzt. In diese Kategorie fiel auch der geplante Neubau in Leonberg.

Möglich wurde das mit einem Beschluss des Haushaltsausschusses, der dem THW in den nächsten Jahren weitere 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Vor wenigen Tagen war lediglich die Finanzierung von 60 Neubauten des THW gesichert – nun rückten 140 weitere Unterkünfte nach, inklusive Leonberg.

„Wir waren auch sehr überrascht“, sagt der Leonberger THW-Ortsbeauftragte Daniel Lok. Im Vorfeld der Entscheidung habe man nichts davon gewusst – wenngleich das Projekt bereits seit einiger Zeit diskutiert werde. „Die Mannschaft ist richtig happy“, so Lok, „auch wenn es klar ist, dass es noch eine Weile dauern wird.“ Ein Anfang sei jetzt gemacht.

Bund muss das Grundstück vom Land kaufen – einer der ersten Schritte

Das Grundstück an der Niederhofenstraße in unmittelbarer Nähe zur Autobahn befindet sich im Besitz des Landes Baden-Württemberg. In einem der ersten Schritte muss der Bund es kaufen. Denn THW-Angelegenheiten sind Bundesangelegenheiten. „Bei Liegenschaften ist das vergleichbar mit der Bundeswehr oder der Bundespolizei“, so Lok.

Wann die derzeit 140 Helfenden dann auch wirklich umziehen können, steht noch nicht einmal ansatzweise fest. „Mindestens fünf Jahre braucht es noch“, vermutet Lok. Beim Neubau geht es vor allem um größere Umkleide- und Sozialräume sowie mehr überdachte Abstellplätze für Fahrzeuge – von denen aktuell zwei an der bisherigen Unterkunft im Freien geparkt werden müssen. Aber auch der Lärmschutz ist ein Thema, liegt das Areal doch in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung. „Das sind alles Belange, bei denen natürlich auch die Stadt eingebunden ist“, so Lok.

„Investition in die Sicherheit unserer Bürger“

Derweil loben die politischen Entscheider den Durchbruch weiter. Landrat Roland Bernhard zum Beispiel: „Die 15 Millionen sind eine Investition in die Sicherheit unserer Bürger und eine nachhaltige Stärkung des Ehrenamts.“ Und Jasmina Hostert: „Wir stärken damit langfristig die Sicherheit bei uns vor Ort.“ Und Marc Biadacz: „Die Investition zeigt: Wir stehen an der Seite unserer Einsatzkräfte.“

Das Leonberger THW

Ortsverband
Der Leonberger Ortsverband ist bisher an der Mollenbachstraße im Leonberger Süden untergebracht.

Helfende
Beim Leonberger THW packen 140 Helfende mit an: 85 Aktive, 40 in der Jugendgruppe, fünf in der Grundausbildung sowie zehn Althelfer.

Tendenz
Das Interesse am THW ist groß. „In der Jugendgruppe haben wir derzeit eine Warteliste, weil wir den Ansturm sonst nicht bewältigen könnten“, so der Ortsbeauftragte Daniel Lok.