Foto: dapd

Trainer Bruno Labbadia hat kaum Alternativen - Patrick Bauer nach Training im Krankenhaus.

Stuttgart - Khalid Boulahrouz hat dem VfB im Spiel gegen Leverkusen (0:1) einen Bärendienst erwiesen. Wegen seiner Gelb-Roten Karte ist der Verteidiger für das Spiel bei Hertha BSC am Freitag (20.30 Uhr/Sky, Liga total) gesperrt. Und damit nicht genug: Die nächste Hiobsbotschaft erreichte Bruno Labbadia am Sonntagnachmittag. Nach Matthieu Delpierre (Muskelriss), Georg Niedermeier (Vorstufe eines Ermüdungsbruchs) und Ermin Bicakcic (Innenbandriss) fällt in Patrick Bauer der vierte Innenverteidiger aus. Der 18-Jährige ging im Training nach einem Zweikampf mit Pawel Pogrebnjak schreiend zu Boden. Der Russe hatte ihm versehentlich den Finger ins Auge gestochen. Die bittere Diagnose: Augapfelprellung. Bauer muss für die kommenden Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben und ist in Berlin wohl nicht dabei.

Damit hat Labbadia kaum mehr Alternativen für seine Viererkette. Für Boulahrouz wird Stefano Celozzi auf die rechte Seite rücken. Passieren darf bis Freitag aber nichts mehr. Labbadia muss vor allem darauf hoffen, dass das Knie von Innenverteidiger Serdar Tasci hält. Am heutigen Montag soll entschieden werden, ob noch ein Innenverteidiger vom VfB II geholt wird. Vom Drittliga-Team kämen Daniel Vier, Thomas Geyer oder Antonio Rüdiger infrage.

Boulahrouz' Platzverweis hat die Abwehr der Roten in Not gebracht. Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic sind dementsprechend sauer. "Er hat der Mannschaft geschadet", sagte Bobic. Schiedsrichter Peter Gagelmann hatte den Verteidiger bereits verwarnt, als er in der 90. Minute eine Aktion abpfiff und auf Foul entschied. Das brachte den Holländer auf die Palme, er ließ sich zu der Geste hinreißen. Später beteuerte er, er habe keinen "Stinkefinger" gezeigt, und auch Gagelmann gab zu, die Handbewegung nicht genau gesehen zu haben. Der DFB-Kontrollausschuss wird nicht ermitteln, da Gagelmann eine Tatsachenentscheidung getroffen hat. Mehr als ein Spiel Sperre muss Boulahrouz also nicht befürchten - von der internen Geldstrafe mal abgesehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: