Die Römerstraße ist die direkteste Verbindung vom Stuttgarter Süden auf den Haigst am Rand des Talkessels. 1,4 Kilometer lassen den Fußgänger schnaufen, dafür gibt es eine großartige Aussicht auf Stuttgart.
Um vom Fuß des Talkessels hinauf an den Rand der Filder zu spazieren, bieten sich drei Möglichkeiten: die Neue Weinsteige, die Alte Weinsteige und die Römerstraße.
Die erste Möglichkeit ist ein Geniestreich der Ingenieurskunst, sie ist die längste Route, aber auch die am wenigsten anstrengende. Die beiden anderen haben es in sich: Auf der Alten Weinsteige fährt nicht umsonst die Zahnradbahn, denn das Gefälle wäre für eine normale Stadtbahn zu steil.
Doch diese Strecke toppt noch die Römerstraße. Deren oberstes Ende ist von der Steigung her fast alpin und selbst trainierte Fußgänger zeigen dort Respekt.
Nach 116 Stufen ist die Römerstraße 116 erreicht
Die Strecke beginnt an der Hauptstätter Straße direkt neben der Römerschule.
Anfangs geht es in einer gleichmäßigen Steigung nach oben, über die Heusteigstraße und die Filderstraße, es folgen die List-, Tulpen- und Zellerstraße. Von nun an geht es bergauf – und wie. Ein Sackgassenschild hat seinen Grund, denn die Römerstraße wird zum ersten Mal zu einer Treppe.
An der Krapfstraße wiederholt sich das noch mal und dann, nach der Rebmannstraße, warten 116 gepflasterte flache Treppenstufen darauf, überwunden zu werden.
An deren oberen Ende findet man dann – kein Scherz – das Haus Römerstraße 116 vor!
Das Schlimmste kommt zum Schluss
Wer geglaubt hat, das Schlimmste ist überstanden, hat sich geirrt. Jetzt beginnt der steilste Teil der Straße, ein Abhang quer zur Strecke, der sich auch im benachbarten Wernhaldenpark bemerkbar macht, wo man auf steilen Wegen zwischen Mammutbäumen in Richtung Neue Weinsteige gehen kann.
Neben der Römerstraße steht glücklicherweise eine Streugutkiste, auf der man oft schnaufende Spaziergänger sitzen sieht.
Wenige Meter weiter ist es geschafft: Direkt an der Abzweigung der Straße „Auf dem Haigst“ von der Neuen Weinsteige kommt man nach 1,4 Kilometern bergauf neben einem pittoresken Fachwerkhäuschen ins Ziel.