Umleitungshinweis mit Erläuterung Foto: Decksmann

„Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern“, schrieb Bernhard von Clairvaux. Wir haben uns auf die Suche gemacht und stellen Ihnen jeden Montag Besonderheiten aus den Wäldern rund um Stuttgart vor. Heute: Wenn Waldarbeiten drohen.

Stuttgart - „Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern“, schrieb Bernhard von Clairvaux. Wir haben uns auf die Suche gemacht und stellen Ihnen jeden Montag Besonderheiten aus den Wäldern rund um Stuttgart vor. Heute: Wenn Waldarbeiten drohen.

Der Wald, denkt der gutgläubige Mensch, hat den lieben langen Tag nicht anderes zu tun, als vor sich hinzuwachsen. Im Frühling und im Sommer mehr, im Herbst und im Winter eher weniger. Womöglich würde der Wald genau das tun, aber der gutgläubige Mensch hat die Rechnung ohne seine Artgenossen gemacht. Natürlich ist der Wald, so es sich nicht um einen geschützten Naturpark handelt, auch „Rohstofflieferant und Arbeitsort“, wie es auf der Homepage des Landesforstbetriebs ForstBW heißt.

Wo Bäume fallen, ist der Spaziergänger unerwünscht

Wo geforstet wird, fallen Bäume. Und wo Bäume fallen, ist der Spaziergänger aus ­gutem Grund unerwünscht. Die Hochzeit der professionellen Waldarbeiter ist der Spätherbst und der frühe Winter. Auf das Tun der Waldarbeiter wird der Wanderer spätestens dann aufmerksam, wenn er vor einem über den Weg gespannten Banner steht: „Halt! Baumfällungen! Lebensgefahr!“ In den meisten Fällen aber hat der Waldläufer bereits zuvor das Geräusch von Motorsägen vernommen.

In grauer Vorzeit war es leider oft so, dass Wanderer, Spaziergänger oder Jogger unvermittelt auf einen gesperrten Weg trafen. Wie sie weiterkommen sollten, blieb ­ihnen überlassen. Inzwischen stößt man, zwar nicht immer, aber doch immer wieder, auf ausgeschilderte Umleitungen. Nicht nur das Fußvolk nimmt solche Schilder dankend zur Kenntnis, auch Radler tun’s, die in Stuttgart reichlich die Wälder bevölkern, Wer die Wahl hat, gibt auf seinem Weg zur Arbeit einer Waldroute den Vortritt.

Fast so aufklärerisch wie die „Sendung mit der Maus“

Der Landesforstbetrieb ForstBW und die Stadt Stuttgart gehen, was die Ausschilderung angeht, noch einen Schritt weiter: Sie setzen auf Aufsteller, auf denen dem Bürger erklärt wird, dass die Forstarbeiten auch zu seinem Nutzen sind. Das liest sich dann so: „Wir produzieren für Sie den wertvollen Rohstoff Holz. Holz ist gefragt, für Möbel, im Bauwesen, als Papier und Brennstoff.“ Das Ganze erinnert in seinem aufklärerischen Duktus ein wenig an die „Sendung mit der Maus“. Nur, dass man eben lesen muss.

Welche Waldgeheimnisse kennen Sie? Wir sind gespannt. Schreiben Sie uns per Mail (lokales@stzn.de) oder per Post: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart, Stichwort: Wald.