Bei diesem Gefährt im Wald bei Büsnau ist nichts mehr zu retten. Foto: Sabrina

„Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern“, schrieb Bernhard von Clairvaux. Wir haben uns auf die Suche gemacht und stellen Ihnen Besonderheiten aus den Wäldern rund um Stuttgart vor. Dieses Mal: Was im Wald so alles zerfällt, sowie ein Hinweis zum Tag des Waldes.

Stuttgart - Pflanzen sterben ab, zerfallen, andere Pflanzen wachsen heran, erblühen. Wohl nirgendwo kann man den Kreislauf des ­Lebens schöner beobachten als im Wald.

Nicht alles, was im Wald zerfällt, ist ein Produkt der Natur. Hin und wieder stößt man auch auf etwas, das von Menschenhand geschaffen wurde – und die Rede ist nicht von achtlos weggeworfen Plastiktüten oder Glasflaschen. Leserin Sabrina hat Gefallen an einem Transportgefährt gefunden. Sie schreibt: „Ich hatte das schon vor über einem Jahr entdeckt und bei einer meiner nächsten Runden gleich fotografiert (Ja, ich gehöre noch zu den Leuten, die nicht ständig ein Handy und eine Kamera mitführen, obwohl ich eher der jüngeren Generation angehöre). Jedenfalls scheint es sich um eine Art Anhänger zu handeln, der einfach am Wegesrand stehen gelassen wurde und nun seit ­vielen Jahren vor sich hin rottet.

Ein guter Plan der Leserin

Fand ich echt toll, so was zu sehen, und als ich den Bericht in der Zeitung über die Tür im Heslacher Wald las, dachte ich mir: ,Mensch, toll, da kann ich meine Entdeckung doch auch mitteilen.’“

Ein guter Plan, liebe Sabrina. Netterweise hat uns die Leserin nicht nur Fotos von dem Hänger gemailt, sondern gleich noch einen Lageplan. Demzufolge liegt der Anhänger in einem Waldstück zwischen Büsnau und Leonberg. Der Weg, der daran vorbeiführt, läuft parallel zur Landesstraße 1189.

„Ich schaue, wie es meinem Anhänger geht“

Die Holzplanken des Anhängers a. D . sind dick mit Moos überzogen, sein Metallgerüst erinnert an ein ausgebeintes Tier, die Vollgummireifen haben sich von den Felgen gelöst. Auf seine ­alten Tage hat das ausgemusterte Gefährt in Sabrina eine Anhängerin gefunden: „Nun laufe ich jedes Wochenende, wenn ich Zeit habe, dort entlang und schaue, wie es meinem Anhänger geht.“

Kunst im Wald – auf Sand gebaut

Wenden wir den Blick ab von einem Zeichen der Vergangenheit und schauen in die Zukunft: Kommenden Dienstag, 21. März, ist der Tag des Waldes – und der wird im Haus des Waldes in Degerloch, Königsträßle 74, von 14 Uhr an auf ganz besondere Weise begangen. Die in Stuttgart ansässige Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e.V. bat Menschen, sie mögen aufschreiben, was sie sich für den Wald wünschen. Die originellsten Wünsche wird der niederländische Aktionskünstler Gijs van Bon von seinem Roboter Skryf auf den Waldboden schreiben lassen – natürlich nur mit Sand.

Welche Waldgeheimnisse kennen Sie? Wir sind gespannt. Schreiben Sie uns per Mail (lokales@stzn.de) oder per Post: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70 039 Stuttgart, Stichwort: Wald.