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Die Ku-Klux-Klan-Affäre in Baden-Württemberg wird auch den NSU-Untersuchungsausschuss im Bundestag beschäftigen. Das Gremium wird den Hinweisen dazu nachgehen.

Berlin/Stuttgart - Die Ku-Klux-Klan-Affäre in Baden-Württemberg wird auch den NSU-Untersuchungsausschuss im Bundestag beschäftigen. Das Gremium werde den Hinweisen dazu ernsthaft nachgehen, kündigte der Unions-Obmann Clemens Binninger (CDU) am Mittwoch in Berlin an. Zunächst wollen die Parlamentarier dazu Akten anfordern und später möglicherweise auch Zeugen vernehmen.

Vor wenigen Tagen hatte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) bekanntgegeben, dass ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes 2002 dem rassistischen Ku-Klux-Klan geheime Informationen verraten haben soll.

Der Ku-Klux-Klan wurde 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit Morden an Schwarzen und Attentaten auf Politiker kämpfte der Geheimbund gegen die Abschaffung der Sklaverei. Nach Schätzungen von Experten zählt der Bund in den USA heute bis zu 8000 Mitglieder. Ableger gibt es auch in Europa, unter anderem in Deutschland.

Binninger sagte, es sei zu klären, ob es Verbindungen zwischen dem Ku-Klux-Klan und der Zwickauer Terrorzelle gegeben habe. Der NSU-Untersuchungsausschuss arbeitet die Morde der rechtsextremen Bande auf. Zu ihren Opfern gehört auch eine Polizistin aus Baden-Württemberg, deren Gruppenführer für kurze Zeit Mitglied beim Ku-Klux-Klan war. Die SPD-Obfrau Eva Högl sagte, das Thema werde den Ausschuss noch länger beschäftigen. „Da sind wir erst ganz am Anfang.“

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