Der VfB trifft im Europa-League-Achtelfinale auf den FC Porto, einen Club mit glanzvoller Historie und einem aufstrebenden Chefcoach. Was erwartet die Hoeneß-Elf in Portugal?
Im Achtelfinale der Europa League trifft der VfB auf einen ruhmreichen Vertreter des europäischen Fußballs, einen zweimaligen Weltpokalsieger. 2004 gewann der Club aus der 232 000 Einwohner zählenden Hafenstadt am Atlantik die Champions League, besiegte im Finale in der Arena auf Schalke unter dem aufstrebenden Trainer José Mourinho die AS Monaco mit 3:0. Der Club Die heimische Primeira Liga führt der FC Porto aktuell vor den beiden Lissaboner Rivalen Benfica und Sporting an, hat aber seit 2022 den nationalen Titel nicht mehr geholt. Mit 30 Meisterschaften und 20 Pokalerfolgen sind die „Drachen“ aus dem 50 000 Besucher fassenden Estádio do Dragão historisch betrachtet die Nummer zwei hinter Benfica (38 Meistertitel). 1987 gewann man den Europapokal der Landesmeister im Finale mit 2:1 gegen den FC Bayern. Legendär ist bis heute der 1:1-Ausgleich des Algeriers Rahab Madjer per Hackentrick. 2011 holte der FC Porto auch die Europa League, 2003 den Uefa-Cup. 1987 und 2004 wurde man Weltpokalsieger.
Der Trainer Mit seinen 36 Jahren ist der Italiener Francesco Farioli ein junges Gesicht im internationalen Spitzenfußball, hat aber bereits einige Stationen hinter sich. Farioli, der selbst nie höherklassig spielte, ging einen ungewöhnlichen Weg. Er studierte an der Universität Florenz unter anderem Philosophie – und schrieb seine Abschlussarbeit über „die Ästhetik des Spiels“. Portos Chefcoach arbeitete bereits als Torwarttrainer in seiner Heimat, als Cheftrainer in der Türkei (Fatih Karagümrük, Alanyaspor) und in Frankreich (OGC Nizza mit Badredine Bouanani), ehe er in der Vorsaison Ajax Amsterdam trainierte. Weil er dort die Meisterschaft noch in einem dramatischen Finale an den PSV Eindhoven verspielte, stieg er trotz eines Dreijahresvertrags nach nur einer Saison aus. „Das Management und ich haben dieselben Ziele für Ajax“, sagte der ungeduldige Farioli: „Aber wir haben unterschiedlicher Ansichten über den Zeitrahmen.“
Die Ligaphase In der Europa League konnten die Portugiesen wie der VfB alle ihre vier Heimspiele gewinnen – gegen Roter Stern Belgrad (2:1), OGC Nizza (3:0), Malmö FF (2:1) und die Glasgow Rangers (3:1). Allein die Partie bei Nottingham Forest wurde mit 0:2 verloren; bei RB Salzburg siegte man mit 1:0, während zwei Unentschieden beim FC Utrecht und Viktoria Pilsen die Ligaphase abrundeten. Platz fünf reichte zur direkten Qualifikation fürs Achtelfinale, wo man nun gegen den VfB im Rückspiel Heimrecht besitzt.
Die Stars Der Kaderwert des FC Porto liegt mit rund 420 Millionen Euro etwa 80 Millionen Euro über dem des VfB. Der Kopf der Mannschaft ist der portugiesische Nationaltorwart und Kapitän Diogo Costa, der aus der eigenen Jugend stammt – und mit 26 Jahren bereits 42 Länderspiele für sein Land absolviert hat. Mittelstürmer Samu Aghehowa, 21, Jung-Nationalspieler Spaniens, ist mit 20 Pflichtspieltreffern in dieser Saison der beste Porto-Torjäger, hat sich aber vor zwei Wochen das Kreuzband gerissen. Ein nur 1,68 Meter kleines Riesentalent ist das 18-jährige Eigengewächs Rodrigo Mora. Sein Marktwert liegt schon jetzt bei 40 Millionen Euro.