Ein Sieg in Stuttgart – „und wir sind wieder voll da“, sagt Nürnbergs Kapitän Hanno Behrens. Foto: dpa

Durch den Sieg gegen Augsburg haben der Nürnberger Kapitän Hanno Behrens seine Mitspieler frisches Selbstvertrauen getankt. Beim Club glaubt man fest an seine Siegchance im Samstagsspiel beim VfB.

Nürnberg - Er spielt inzwischen mit Manchester City in der Champions League auf allerhöchstem Niveau – doch sein Herz für den Club hat der Nationalspieler Ilkay Gündogan nicht verloren. „Sie müssen jetzt zwingend in Stuttgart gewinnen, dann ist wieder alles möglich! Ich drücke die Daumen“, schreibt Gündogan, der 2009 zum damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg wechselte und für zwei Spielzeiten blieb, via Twitter.

Alles zum Duell des VfB gegen den 1. FC Nürnberg – hier in unserem Spieltagsblog

Tatsächlich ist die frisch entfachte Euphorie, die sich rund um den neunmaligen deutschen Meister in dieser Woche ausgebreitet hat, für Fußballfreunde außerhalb des Frankenlandes ein wenig verwunderlich. Da hatte der Club über die lange Zeitspanne von 181 Tagen überhaupt keinen Bundesliga-Sieg eingefahren – doch das 3:0 am vergangenen Wochenende zu Hause an der Noris gegen den FC Augsburg reichte aus, um beim 1. FCN den Glauben an sich selbst wiederzubeleben. „Die Drucksituation ist klar. Wir haben viel zu gewinnen, Stuttgart eher etwas zu verlieren“, sagt der Trainer Boris Schommers: „Ich habe in erhobene Köpfe geschaut. Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Auch der Kapitän Hanno Behrens sieht sich und seine Mitspieler im Aufwind – glaubt gar an einen psychologischen Vorteil: „Wenn wir beim VfB gewinnen, sind wir wieder voll da.“

Mit frischer Kraft nach dem Augsburg-Sieg

Und tatsächlich: Siegt sein Team an diesem Samstag in der Mercedes-Benz-Arena, dann ist der Tabellen-Vorletzte im Schneckenrennen der Kellerkinder bis auf einen Punkt an dem VfB dran. „Der Sieg gegen Augsburg war für uns ein immenser Motivationsschub“, ergänzt Schommers, der Mitte Februar für seinen geschassten Chef Michael Köllner übernommen hatte.

Achtmal haben die Franken bisher in der Bundesliga beim VfB gewonnen – auch das ist nicht viel, allerdings hat der Club bei keinem anderen Erstligisten mehr Auswärtssiege gelandet. Das Hinspiel hingegen war eine klare Sache für den VfB. Timo Baumgartl mit seinem ersten Bundesliga-Tor sowie Erik Thommy sorgten für einen 2:0-Erfolg. Und auch die Bundesliga-Gesamtbilanz spricht für die Stuttgarter: In 65 Begegnungen gab es gegen Nürnberg lediglich 18 Niederlagen.

„In Stuttgart erwartet uns ein Spiel auf Augenhöhe. Wir müssen es angehen wie gegen Augsburg“, sagt der Linksfuß Sebastian Kerk, obwohl der Club in dieser Spielzeit auch offensiv noch schlechter dasteht als der VfB, der es seinerseits nach 27 Spielen ja gerade mal auf 26 Saisontore bringt: Mit 22 Toren stellt der 1. FC Nürnberg, der nun auch auf den Jungstürmer Törles Knöll (Verletzung am Sprung­gelenk) verzichten muss, das angriffsschwächste Team der Liga – die Mannen von Boris Schommers erzielten gerade mal 0,84 Tore pro Spiel.

Das VfB-Spiel ist der letzte Nürnberger Strohhalm

Mit sechs Saisontreffern ist der Schwede Mikael Ishak der beste Nürnberger Torjäger. Wegen Übelkeit fehlte ­Ishak zu Beginn der Woche im Training, wird aber spielen. Schließlich will man in Nürnberg alle Kräfte mobilisieren, um frisch motiviert nach dem letzten Strohhalm im Abstiegskampf zu greifen.

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