Windkraftgegner hoffen auf das Aus für die Anlagen auf den Höhen bei Sulzbach. Foto: dpa-Zentralbild

Die Gegner des Windkraftprojektes am Zollstock/Springstein fühlen sich durch Entscheid des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung bestätigt. Es geht um den 15-Kilometer Schutzradius rund um Funkfeuer

Sulzbach - Als „ein eindeutiges Veto“ gegen fünf der sechs beantragten Windkraftanlagen wertet die Initiative Gegenwind Zollstock-Springstein die Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung (BAF), weiterhin auf einen Schutzbereich von 15 Kilometern um die Flugsicherungsanlage Luburg bei Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) zu bestehen. Ein Windpark auf dem im Wald beim Eschelhof nahe Sulzbach gelegenen Areal Zollstock-Springstein sei damit ausgeschlossen, schreibt die Initiative in einer Pressemitteilung. Denn damit verbleibe nur eine einzige mögliche Anlage, nämlich der knapp außerhalb des 15-Kilometer-Radius liegende Standort Springstein. Eine einzelne Anlage in einem Vorranggebiet, so die Initiative weiter, sei aber nach dem Gebot der Bündelung nicht zulässig.

Die Flugsicherung hatte bereits im Herbst 2014 darauf hingewiesen, dass ein Teil der im Vorranggebiet zwischen Backnang und Murrhardt erwogenen Windkraftanlagen innerhalb des Schutzradius für das Funkfeuer Luburg liege. Diese Stellungnahme sei jetzt ausdrücklich nochmals bestätigt worden, heißt es seitens der Gegenwind-Initiative. Diese Aussage sei für die Landes- und Kommunalbehörden im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren bindend.

Initiative: „Unerfüllbare Erwartungen aufrecht gehalten“

Die Initiative habe schon frühzeitig auf diesen Ausschlussgrund hingewiesen, so die Sprecher der Initiative. Für sie sei immer unverständlich gewesen, dass trotzdem an dem Projekt festgehalten wurde. Damit seien „bei Bürgern, Kommunen und in der Öffentlichkeit unerfüllbare Erwartungen wach gehalten worden“.

Neben den Einwänden der Luftsicherheit gebe es aber weitere Gründe, die bei objektiver Bewertung gegen den Windpark sprächen. Zum einen die unverhältnismäßigen Eingriffe in ein weitgehend geschlossenes Waldgebiet. Zum anderen der geringe Abstand der Anlagen zur Wohnbebauung und die dadurch zu erwartenden Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, die Gefährdung geschützter Tierarten oder die nach Auffassung der Initiative mangelnden Windstärken.

Befürworter. Hoffnung auf neue Flugsicherungstechnik

Was die Frage des Funkfeuers in Luburg angeht, wird im Kreistag in dessen nächster Sitzung über einen Antrag der Grünen beraten, sich für den Einsatz moderner Technik einzusetzen. Hintergrund ist, dass nur für die ältere analoge Technik der 15-Kilometer-Radius gilt. Würde die neue digitale sogenannte Dopplertechnik eingesetzt, dann betrüge der Radius nur noch zehn Kilometer. Damit lägen dann sämtliche potenziellen Windkraft-Standorte im Gebiet Zollstock-Springstein – und im Übrigen auch diejenigen auf der Buocher Höhe – außerhalb des Schutzbereichs.