Die Niederlande wollen sich stärker gegen Rassismus im Stadion einsetzen. Foto: imago images/VI Images

In den Niederlanden will man mit härteren Maßnahmen wie Stadionverboten gegen Rassismus vorgehen. Zusätzlich sollen rassistische Ausfälle mit Hilfe von Kameras identifiziert werden.

Den Haag - Im Kampf gegen rassistische Vorfälle sollen in niederländischen Fußballstadien Kameras eingesetzt werden. Das wurde nach einem Treffen von Premierminister Mark Rutte und Verantwortlichen des Fußballverbands KNVB deutlich, berichteten niederländische Medien am Freitag. Der Verband schlug demnach längere Stadionverbote als Strafe vor.

Regierungschef Rutte hatte vor dem Treffen mehrfach Rassismus bei Fußballspielen beklagt. Er hatte dabei unter anderem Vorfälle vom vergangenen Wochenende im Blick. Spieler der Amateurvereine JOS und Sporting ’70 wurden mit Worten wie „schwarzer Peter“ beschimpft.

Beim Spiel der Niederlande gegen Estland stellten sich Georginio Wijnaldum und sein Mitspieler Frenkie de Jong vor die Zuschauertribüne und hielten demonstrativ ihre beiden Unterarme nebeneinander. Die beiden Spieler setzten so ein Zeichen gegen Rassismus.

Auch der Fußball reagierte bereits auf Zwischenfälle dieser Art. Am zurückliegenden Wochenende wurde in den ersten beiden Fußballligen in den Niederlanden eine Schweigeminute gegen Rassismus abgehalten. Die erste Minute nach Anpfiff wurde nicht gespielt, während auf den Anzeigetafeln eingeblendet wurde: „Rassismus? Dann spielen wir nicht!“.

Es soll laut Angaben der Nachrichtenagentur ANP auch eine spezielle App geben, um rassistische Vorfälle zu melden. Das Treffen auf Topebene fand am Donnerstag statt. Bis Januar soll ein Aktionsplan erarbeitet werden.

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