Bei der Asiatischen Hornisse sind Kopf und Brust schwarz, auch der Hinterleib ist dunkel mit einer gelben Binde und einem orangefarbenem Ende. Foto:  

Die Asiatische Hornisse ist auf dem Vormarsch und inzwischen auch im Kreis Böblingen aktiv, unter anderem in Schönaich und Breitenstein. Als invasive Art ohne natürliche Feinde ist ihr nicht leicht beizukommen.

Breitenstein hat ungebetene Gäste. Es handelt sich um Asiatische Hornissen, die mit bis zu drei Zentimetern Länge zwar etwas kleiner sind als die einheimischen Hornissen, aber zu erkennen an ihrer schwarzen Grundfärbung.

 

Sie stammen ursprünglich aus Südostasien und haben in hiesigen Breiten keine natürlichen Feinde. Für sie selbst dagegen sind Honigbienen eine der Hauptnahrungsquellen. Dabei beißen sie der Biene den Kopf ab und fressen nur das Brustfleisch, das besonders viele Proteine enthält.

Die Honigbienen werden von dieser Hornisse belagert

„Die Asiatischen Hornissen lauern vor dem Flugloch, und dann gehen die Bienen nicht mehr raus“, weiß der Breitensteiner Imker Thomas Koehler. Bei kleineren Bienenvölkern gehen die Hornissen sogar in den Stock, mindestens zwei Bienenvölker in Breitenstein haben einen solchen Angriff nicht überlebt.

Aber nicht nur für Imker stellt die Asiatische Hornisse eine Bedrohung dar, sondern „sie gefährdet die gesamte Flora und Fauna und kann so auch zu Einbußen im Obst- und Weinbau führen“, wie die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim informiert. Auch für den Menschen kann sie gefährlich werden – grundsätzlich aber wohl nicht gefährlicher als die einheimischen Wespenarten.

Asiatisches Hornissennest in der Eiche am Breitensteiner Feuerwehrhaus. Foto: privat

Thomas Koehler hatte bereits Anfang November in luftiger Höhe in einer Eiche an der Einfahrt zum Feuerwehrhaus ein Nest entdeckt. Zuvor bevölkert von 500 bis 1000 Insekten, war es zu diesem Zeitpunkt allerdings schon verlassen.

Die kleineren Arbeiterinnen sterben im Herbst, und bis zu 300 junge Königinnen fliegen aus zum Überwintern. Im Frühjahr dann verlassen die Königinnen den Winterunterschlupf und gründen meist in Schuppen oder Sträuchern neue Primärnester mit einem Durchmesser von 10 bis 20 Zentimeter.

Hat sich die Asiatische Hornisse von Schönaich aus verbreitet?

Thomas Koehler vermutet, dass die Asiatische Hornissen sich von Schönaich aus, wo 2024 mehrere Funde gemeldet wurden, in Richtung Breitenstein ausgebreitet haben. Aber auch an anderen Orten auf der Schönbuchlichtung sind auf einschlägigen Portalen in diesem Frühjahr bereits Meldungen eingegangen.

Hier sind die Unterschiede von Asiatischer Hornisse (links) und Europäischer Hornisse gut zu sehen. Foto: www.naturgucker.de/Gerhard Turznik und Ursula Spolders

Die halbwegs gute Nachricht: In der Zeit der Gründungsnester ist eine sehr einfache und effektive Eindämmung der Asiatischen Hornisse möglich. Da die Tiere als invasive Art eingestuft sind, dürfen die meist niedriger zu findenden Gründungsnester entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse hierzulande zu verhindern. Sonst bilden sich bis zu einem Meter große Sekundärnester, wie bereits im vergangenen Sommer am Breitensteiner Ortseingang zu sehen war.

Wer eine Asiatische Hornisse sieht, kann den Fund melden

Die Landesanstalt für Bienenkunde bittet darum, dass neue Nester der Asiatischen Hornisse mit Foto unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de an die Landesanstalt für Umwelt gemeldet werden. „Auch Sichtungen von Einzeltieren sind wichtig zu melden, um die Verbreitung der invasiven Art nachzuvollziehen“, heißt es. So geschehen bereits am Südrand von Böblingen und in Hildrizhausen, wie auf der Meldeplattform der Landesanstalt zu sehen ist.

Weitere Informationen

Landesanstalt für Bienenkunde
https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina

NABU
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/wespen-und-hornissen/06323.html