Nach Gesprächen mit Bürgervertretern soll die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Pflegeheim maximal zu 85 Prozent belegt werden.
Im Streit zwischen Bewohnern des Stadtteils Schönberg und der Stadtverwaltung um die Belegung der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Pflegeheim Haus Schönberg, scheinen sich die Wogen allmählich zu glätten. In einem angekündigten Dialog mit den Vertretern der Anwohnerschaft legte jetzt die Stadt ihre weiteren Pläne offen. Damit sei nun „Transparenz“ hergestellt, wie die Bürgervertreter betonen.
Der Streit war hochgekocht, weil ein aktiver Teil der Schönberger Einwohner nachdrücklich ihre Befürchtung zum Ausdruck gebracht hat, dass der vergleichsweise kleine Birkacher Stadtteil mit einer Flüchtlingsunterkunft für 376 Personen heillos überfordert sei. Zudem war seitens der Bürgerschaft immer wieder gemutmaßt worden, dass die Stadt den Mietvertrag mit dem Eigentümer der Immobilie nochmals verlängern könnte. Die Pläne des Investors sehen vor, an der Stelle des ehemaligen Haus Schönberg ein neues Pflegeheim zu errichten.
Mietvertrag endet im Februar 2026
Derzeit sind in der Flüchtlingsunterkunft in Schönberg rund 100 Menschen untergebracht. Nach Aussagen aus dem Stadtteil, ohne dass dies bisher in besonderer Weise auffällt. Im Zuge des Streits hatte die Stadt angekündigt, vor einer Weiterbelegung den Dialog mit der Bürgerschaft zu suchen.
Wie der Bürgerverein Schönberg und die Initiative „Zukunft Schönberg“ nun mitteilt, habe das Gespräch mit Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann (Grüne) und Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) stattgefunden. Demnach werde die Unterkunft bis zum Ende des Mietvertrags im Februar 2026 nicht voll belegt.
Während die Bürgervertreter in einer Erklärung von rund 80 Prozent, also etwa 300 Personen sprechen, betont die Verwaltung nach den Gesprächen, dass die Stadt für die restlichen Monate mit maximal 85 Prozent der Höchstbelegungszahl plane. Das wären etwa 320 Personen. Zudem soll die Stadt, wie die Bürgervertreter erklären, unterstrichen haben, dass eine Verlängerung über das bisher vereinbarte Ende der Mietdauer nicht beabsichtigt sei. Die Stadt suche bereits Ersatz für die Wohnplätze in Schönberg.
Bis zu 320 Personen ab Januar möglich
Veit Mathauer, der Vorsitzende des Bürgervereins Schönberg, sagte nach den Gesprächen: „Wir vertrauen nun auf die Zusagen der Stadtverwaltung bezüglich der maßvollen Aufstockung und des Endes des Mietvertrags im Februar 2026.“ Die Weiterbelegung solle ab Januar erfolgen.
Auf Nachfrage hob Finanzbürgermeister Fuhrmann im Zusammenhang mit dem Bürgerdialog die „gesetzliche Pflicht, Menschen in Deutschland Asyl zu gewähren und sie vor Krieg und Verfolgung zu schützen“ hervor. Er bedankte sich beim Bürgerverein Schönberg und bei der Initiative „Zukunft Schönberg“ für „den konstruktiven Dialog und für deren Einsatz, geflüchtete Menschen in der Unterkunft Röhrlingweg zu unterstützen und ihnen Hilfe anzubieten“.
Sozialbürgermeisterin Sußmann unterstrich, dass die Stadt in Schönberg kurzfristig Geflüchtete unterbringe und langfristig mit einer Pflegeeinrichtung plane. „Dieser Ansatz deckt sich auch mit den Vorstellungen im Stadtteil.“