Als besonders problematisch gilt auch in Fellbach das Eschentriebsterben. In Waiblingen wurde kürzlich ein Tesla-Fahrer von einer umstürzenden Esche in seinem Auto erschlagen.
Wie gefährlich es sein kann, wenn Bäume nicht mehr genug Standfestigkeit im Untergrund besitzen, hat sich erst vor wenigen Wochen in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) offenbart, als im Bereich unterhalb von Neustadt eine Esche auf die Klinglestalstraße stürzte. Dabei wurde der Tesla, in dem der 55-jähriger Fahrer in jener tragischen Zehntelsekunde genau diese Stelle passierte, getroffen. Der Mann verstarb noch am Unfallort.
Bäume, die durch Krankheiten oder Parasiten nicht mehr standfest sind, stellen an Wegen und Straßen eine große Gefahr da. Der aktuelle Fall in der Nachbarstadt ist allerdings nicht der Grund, dass die Verantwortlichen in Fellbach derzeit besonders aktiv sind.
Regelmäßige Baumkontrollen seit 25 Jahren
Denn bereits seit Beginn der 2000er Jahre führt die Stadtverwaltung Fellbach regelmäßige Baumkontrollen durch, veranlasst frühzeitiges Zurückschneiden von trockenen Ästen oder lässt stark befallene Bäume fällen.
Besonders anfällig für Krankheiten sind Eschen. Auch Bäume auf privaten Grundstücken müssen standfest sein.
Ursächlich für die Gefahren ist das Eschentriebsterben: Es wird durch den Pilz Hymenoscyphus fraxineus verursacht, der vermutlich in den frühen 1990er Jahren aus Ostasien nach Europa eingeschleppt wurde. Er befällt alle Altersstufen der Eschen und führt dazu, dass die Bäume absterben. Von befallenen Bäumen können Äste oder ganze Kronenteile plötzlich abbrechen, zudem lässt die Standfestigkeit nach.
Derzeit werden in Fellbach innerstädtisch regelmäßig 327 Eschen überprüft. Bäumen am Straßen- und Wegesrand gilt dabei die besondere Aufmerksamkeit der Fachleute aus dem Tiefbauamt, die von Baumgutachter Martin Müller, Ingenieur für Forst- und Baumökologie, unterstützt werden. Bei den Kontrollen werden die Bäume auf Symptome untersucht, und es wird der Grad eines eventuellen Befalls festgestellt.
Bei den Kontrollen wird Totholz entfernt und geprüft, ob Stammfußfäule, Wurzelfäule oder Kronenbefall vorliegt. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung sagt dazu: „Das erklärte Ziel der Fachleute ist es, die Verkehrssicherheit zu gewähren und sichere Bäume in Fellbach zu erhalten.“
Eschentriebsterben am Neckarradweg
Bei Wegen und Straßen geht allerdings die Sicherheit vor. So erfolgen immer wieder größere Entnahmen der Bäume – beispielsweise im Scillawald nördlich des Fellbacher Stadtteils Oeffingen. Ganz in der Nähe des Waldes wurden im vergangenen Jahr Eschen gefällt, nämlich am Neckarradweg, der an sonnigen Wochenenden von Hunderten von Radlern frequentiert wird – Anfang August 2025 aber wegen der Fällaktion für mehrere Wochen gesperrt werden musste.
Dort befindet sich auch der bei vielen bekannte, vom Bildhauer Claus Bury umgesetzte Landungssteg, der weit bis in den Neckar hineinreicht. Alle Maßnahmen – von der Begutachtung über den Maßnahmenplan – werden im Baumkataster hinterlegt.
Wald-, Garten- und Grundbesitzer sind ebenfalls angehalten, ihre Bäume im Blick zu haben. Sollten größere herabfallende Äste oder umstürzende Bäume Schäden verursachen, haften die Eigentümer.
Auch dies lässt sich als Querverweis auf die Situation in Waiblingen lesen – denn die dort umgestürzte Esche befand sich auf einem Privatgelände.