Gedenkstätte im Elsass „Mauer der Namen“ für Nazi-Opfer geplant

Von red/AFP 

Auf der „Mauer der Namen“ sollen die Namen von rund 52.000 Menschen eingemeißelt werden, die während des Zweiten Weltkriegs zu Tode kamen(Symbolbild) Foto: dpa-Zentralbild
Auf der „Mauer der Namen“ sollen die Namen von rund 52.000 Menschen eingemeißelt werden, die während des Zweiten Weltkriegs zu Tode kamen(Symbolbild) Foto: dpa-Zentralbild

Ab Herbst soll in Schirmeck eine meterlange Gedenkmauer mit tausenden eingemeißelten Namen an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Auch Namen von Zwangsrekrutierten der Nazis werden aufgeführt.

Straßburg - Eine 80 Meter lange Gedenkmauer soll ab dem Herbst im Elsass an die Opfer der Naziherrschaft erinnern. Darauf werden die Namen von rund 52.000 Menschen eingemeißelt, die während des Zweiten Weltkriegs zu Tode kamen, wie der Regionalrat am Montagabend mitteilte. Das Mahnmal soll in dem Ort Schirmeck südwestlich von Straßburg errichtet werden, wo es bereits ein Museum zur NS-Zeit gibt.

„Mauer der Namen“

Die „Mauer der Namen“ soll daran erinnern, dass das Elsass und das nördlich angrenzende Département Moselle nach ihrem Anschluss an das Deutsche Reich im Jahr 1940 besonders hohe Verluste zu verzeichnen hatten. Die Sterblichkeit pro Kopf sei dreimal höher gewesen als in anderen Teilen Frankreichs, sagte der Historiker Jean-Laurent Vonau. Auf der Gedenkmauer sollen die Namen der Opfer in alphabetischer Reihenfolge erscheinen - ohne Angabe, wie oder warum sie zu Tode kamen.

Details zu den Toten sollen einer elektronischen Datenbank in dem Schirmecker Museum entnehmbar sein. Unter den mehr als 50.000 Opfern der Region sind auch rund 30.000 Männer, die von den Nazis als Soldaten zwangsrekrutiert wurden. Viele von ihnen wurden an der Ostfront getötet.

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