Der Manfred-Rommel-Platz – ehemals Straßburger Platz – kann frühestens 2025 eingeweiht werden. Foto: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Frühestens 2025 kann der Manfred-Rommel-Platz am Hauptbahnhof offiziell eingeweiht werden. Mit einer Vorab-Ehrung will die Stadt Stuttgart sicher stellen, dass seine Witwe und langjährige Weggefährten die Namensgebung miterleben können.

Stuttgart - Dass es in Stuttgart einen Manfred-Rommel-Platz zum Gedenken an den 2013 verstorbenen Stuttgarter Vorzeige-Oberbürgermeister geben wird, ist spätestens seit Anfang März klar. Im Rathaus wird derzeit über einen würdigen und zweckmäßigen Rahmen für die geplante symbolische Vorab-Ehrung Rommels nachgedacht. Im März war der derzeitige Amtsinhaber Fritz Kuhn (Grüne) eigens nach Straßburg gereist, um bei seinem dortigen Amtskollegen Roland Ries für die entsprechende Umbenennung des Platzes über dem neuen S-21-Tiefbahnhof zu werben, der ursprünglichen den Namen der französischen Partnerstadt tragen sollte. Der Vorschlag stieß dort auf volles Verständnis, und auch Rommels Witwe Liselotte gab dem Plan ihren Segen.

Doch die Namensgebung kann nach derzeitigem Stand frühestens 2025 erfolgen, wenn das Bahnprojekt Stuttgart 21 bis dahin fertig sein sollte. Um sicher zu stellen, dass die inzwischen hochbetagte Liselotte Rommel und auch andere in die Jahre gekommen Weggefährten des langjährigen und weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus bekannten und beliebten Rathauschefs der Ehrung beiwohnen können, hatte OB Kuhn deshalb nach der Grundsatzentscheidung im Ältestenrat im November vergangenen Jahres eine zeitnahe symbolische Platztaufe zugesichert.

Feierlichkeit im Bahnhofsbereich gilt wegen der Baustelle als ausgeschlossen

Nach Informationen unserer Zeitung werden derzeit im Stuttgarter Rathaus entsprechende Ideen gesammelt – eine konkrete Planung liegt aber noch nicht auf dem Tisch. Klar scheint lediglich: eine Feierlichkeit im Bereich der Großbaustelle Hauptbahnhof gilt angesichts der unwirtlichen Umgebung als nahezu ausgeschlossen. Schließlich müsse die Vorab-Ehrung in einem würdigen Rahmen stattfinden, heißt es im Rathaus. Die Enthüllung eines Straßenschildes inmitten von und Baggern, Baufahrzeugen und Betonmischern sei dem Anlass nicht angemessen.

Die Wahl für den künftigen Manfred-Rommel-Platz war unter anderem deswegen auf den Standort am Bahnhof gefallen, weil der Rathauschef ein großer Befürworter der Pläne für die unterirdische Durchgangsstation war – allerdings zu einem Zeitpunkt, als die Bahn noch am Eröffnungsdatum 2021 festgehalten hatte.

Die Initiative für eine Platzbenennung war ursprünglich vom ehemaligen Stuttgarter CDU-Finanzbürgermeister und engem Freund von Manfred Rommel, Klaus Lang, ausgegangen. Weil sich zunächst vor allem die CDU-Fraktion im Gemeinderat gegen eine solche Platzbenennung für ihren Parteifreund Rommel gesperrt hatte (wir berichteten), hatte Lang sogar mit seinem Parteiaustritt gedroht.

Erst auf öffentlichen und CDU-internen Druck hin hatte CDU-Fraktionschef Alexander Kotz schließlich eingelenkt und sich dem Vorschlag der Freien Wähler angeschlossen, den Straßburger Platz in Manfred-Rommel-Platz umzutaufen. Kotz hatte zunächst befunden, die Benennung des Stuttgarter Flughafens nach Rommel sowie das von der Stadt aufgelegte gleichnamige Stipendium sei als Würdigung angemessen und ausreichend.

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