Ab kommendem Jahr müssen Plochinger für den Wasserverbrauch mehr bezahlen. Foto: Karin Ait Atmane

In Plochingen steigen die Wasser- und Abwassergebühren um bis zu 56 Prozent. Welche Investitionen dahinterstecken und wie die Stadt die Kosten senken will.

In Plochingen steigen die Wasser- und die Abwassergebühren deutlich an. Die Preise für Verbraucher erhöhen sich um bis zu 56 Prozent. Die Stadt begründet dies unter anderem mit notwendigen Investitionen ins Leitungsnetz.

 

Beim Abwasser liegt das auch daran, dass es zuvor – für den Abrechnungszeitraum 2024/2025 – billiger geworden war. Denn in den beiden Jahren davor hatte dieser Bereich ein Plus von 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet, das in die Kalkulation einfloss. Jetzt wird die Gebühr wieder angehoben, für beide Teile des Abwassers: Das Schmutzwasser, das anhand des Frischwasserbrauchs berechnet wird, steigt für die beiden kommenden Jahre um 56 Cent auf 2,06 Euro. Fürs Niederschlagswasser fallen 39 Cent pro versiegeltem Quadratmeter an. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr eine erhebliche Steigerung um 37 beziehungsweise 56 Prozent, letztendlich sind die Preise laut Stadt aber nicht weit von dem entfernt, was bereits vor Jahren zu zahlen war.

Stadt Plochingen: Erhebliche Investitionen erzwingen Gebührenerhöhung

Zwar ist der Überschuss noch nicht komplett verbraucht, es stünden aber erhebliche Investitionen an, sagte die Erste Beigeordnete Barbara Fetzer zur Erläuterung. Die Fraktionen im Gemeinderat bedauerten zwar, dass die Gebühren steigen, sahen aber dazu keine Alternative.

Ebenfalls nach oben gehen die Frischwassergebühren, und zwar von 2,89 Euro netto pro Kubikmeter auf 3,58 Euro. Mit Umsatzsteuer sind das dann 3,83 Euro. Der Anstieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Gemeinderat vor zwei Jahren beschlossen hat, das Wasserleitungsnetz schneller zu erneuern. Bei dem Grundsatz will man auch bleiben, zugunsten einer „sauberen Infrastruktur“, wie Reiner Nußbaum (CDU) sagte.

Konzessionsabgabe halbiert: Plochingen senkt Kosten effektiv

Auf der Basis von drei Anträgen der Bürgerliste wurde über verschiedene Möglichkeiten diskutiert, die Kosten zu senken – so zum Beispiel durch eine Verringerung der Konzessionsabgabe, die die Stadtwerke an die Stadt bezahlen. Diese wird nun tatsächlich um 50 Prozent gesenkt. Hätte man sie gelassen wie bisher, läge die Gebühr nochmal 20 Cent netto höher. Auch eine Verlängerung der Abschreibungszeiträume stand zur Debatte, am Ende blieb es aber beim Verwaltungsvorschlag. Mit den Gebühren, sowohl fürs Trinkwasser als auch fürs Abwasser, liegt Plochingen im Vergleich mit anderen Gemeinden im Kreis ungefähr im Mittelfeld.