In wenigen Tagen wird ein Mercedes-Stern mit einem Durchmesser von sechseinhalb Metern vom Dach eines Gebäudes verschwinden, das für den Autobauer einst von großer Bedeutung war. Anders als der Stern am Hauptbahnhof kehrt er nicht zurück.
Den Herbst wird der von weit her sichtbare Mercedes-Stern nicht mehr komplett erleben. Nach Jahrzehnten, in denen er oben auf dem Firmengebäude Wind und Wetter ausgesetzt war, ist bald Schluss für ihn. Vor etwas mehr als zwei Jahren ist der Mercedes-Stern – zumindest vorübergehend – vom Turm des Hauptbahnhofs in Stuttgart heruntergeholt worden, nun ist das nächste Exemplar an der Reihe.
Doch um welchen Stern handelt es sich diesmal? In Stuttgart, dem Hauptsitz des Autobauers mit dem Stern, dreht sich nämlich inzwischen an verschiedenen Orten das Firmenlogo, das für viele Stuttgarter zum Symbol für ihre Heimatstadt geworden ist.
Belegschaft zieht nach Vaihingen und Untertürkheim
Den Stern verlieren die Filder. Und das, wo der bisherige Standort in Stuttgart-Möhringen sogar Sternhäule beziehungsweise Sternhöhe heißt. Doch die Mercedes-Benz AG, ehemals Daimler, zieht sich von ihrem einstigen Hauptsitz an der Landhauskreuzung zurück und hat das Areal bereits vor Jahren verkauft. Die Belegschaft zieht seit 2018 sukzessive nach Untertürkheim oder in den neuen Campus in Vaihingen. „Die letzten Mitarbeitenden in Möhringen ziehen noch im September um“, sagt eine Unternehmenssprecherin.
Und wenn die letzten Mitarbeiter weg sind, dann habe die Mercedes-Benz AG keinen Bezug mehr zum Standort in Möhringen, so die Sprecherin. Deshalb wird dort eben auch das bekannte, sich drehende Firmenlogo vom Dach abmontiert. „Wir schließen diese Ära.“ Ab dem 18. September könnte es losgehen, das Ganze dauere etwa eine Woche. Es sei letztlich abhängig vom Wetter. Über Jahrzehnte war Stuttgart-Möhringen Sitz des Daimler-Vorstandes. Der Mercedes-Vorstand ist mittlerweile ins Stammwerk nach Untertürkheim umgezogen, Daimler Truck, also das Lkw- und Busgeschäft, sitzt in Leinfelden-Echterdingen.
Lichter statt Mercedes-Stern
Seit 1989 ist der Stern aus Stahl auf dem Dach des Gebäudes neben den Kelley Barracks. Er war in dieser Zeit übrigens mehr als ein Symbol: Er war Teil der Flugsicherung. Verwaltet wird das Büroareal an der Landhauskreuzung von der Alstria Office Reit AG. Über das Gerücht, statt des Mercedes-Sterns würden dort erneuerbare Energien installiert, habe sie schmunzeln müssen, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. Dies sei nicht der Fall. Da sie aber die Belange der Flugsicherung beachten müssten, seien bereits vier Lichter an den Hochhausecken angebracht worden. Sie leuchten zumindest in Richtung Sterne.