Politiker jeder Couleur würdigen in Stuttgart Theodor Heuss: Wolfgang Gerhardt (FDP), Reinhold Gall (SPD), Bundespräsident Jaochim Gauck und der neue FDP-Chef Christian Lindner (von links) Foto: Benjamin Beytekin

„Glücksfall“, „Gründervater der Republik“, „Leitfigur“ - an seinem 50. Todestag würdigten an seinem Grab auf dem Stuttgarter Waldfriedhof Politiker egal welcher Farbe den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss. 

„Glücksfall“, „Gründervater der Republik“, „Leitfigur“ - an seinem 50. Todestag würdigten an seinem Grab auf dem Stuttgarter Waldfriedhof Politiker egal welcher Farbe den ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss

Stuttgart - Zum 50. Todestag von Theodor Heuss hat Bundespräsident Joachim Gauck am Donnerstag die besondere Rolle des ersten Amtsinhabers im Nachkriegsdeutschland gewürdigt. „Theodor Heuss war ein Glücksfall für Deutschland“, sagte Gauck am Donnerstag an Heuss' Grab auf dem Stuttgarter Waldfriedhof. Heuss habe das damals neue Amt des Bundespräsidenten geprägt und seinem Land ohne Pathos politisch und moralisch eine Richtung gegeben. In der Universität wollte Gauck später die diesjährige Theodor-Heuss-Gedächtnis-Vorlesung halten. Thema: „Mehr Bürgergesellschaft wagen“.

Theodor Heuss war am 12. Dezember 1963 in Stuttgart gestorben. Von 1949 bis 1959 war er erster Bundespräsident und galt mit dem ersten Kanzler Konrad Adenauer (CDU) als einer der Gründerväter der Republik.

"Vaterfigur der Deutschen"

Innenminister Reinhold Gall (SPD) sprach stellvertretend für die Landesregierung von der „Vaterfigur der Deutschen“ und einer „Leitfigur von historischer Größe“, der aber seine Heimat nie vergessen habe. Am wohlsten habe Heuss sich bei einer Zigarre und einem Lemberger Wein aus seinem Geburtsort Brackenheim bei Heilbronn gefühlt. Gall zitierte Heuss mit den Worten: „Der Präsident geht heim, aber der Heuss trinkt noch ein Viertele.“

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sagte: „Stuttgart ist stolz auf einen großen Liberalen.“ Die Bezeichnung „Papa Heuss“ sei ein Ehrentitel gewesen, der Bewunderung ausdrücke. Eine Stiftung hegt Heuss' letztes Wohnhaus auf der Stuttgarter Höhe.

Von der FDP waren auch der frühere Parteichef Wolfgang Gerhardt und der jetzige Parteivorsitzende Christian Lindner nach Stuttgart gekommen.

Geboren wurde Heuss am 31. Januar 1884 in Brackenheim als Sohn eines Straßenbaumeisters. Mit der Werbetexterin Elly Heuss-Knapp (1881-1952) hatte er einen Sohn, Ernst Ludwig Heuss (1910-1967).

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