In ehemaligen Seilbahn-Gondeln aus Tirol serviert die Schwabenalm in Winnenden in den Wintermonaten ein Dinner der besonderen Art – ein Erlebnis zwischen Après-Ski und Romantik.
„Es ist dieser erste Moment, wenn die Gäste hier rauskommen. Sie stehen vor der Gondel. Und dann – wow!“, erzählt Annette Dobravc. Sie arbeitet seit mehr als vier Jahren als Service-Mitarbeiterin in der Schwabenalm in Winnenden (Rems-Murr-Kreis). „Sie gehen rein und dann werden die Gondeln teilweise fast auseinandergenommen. Da wird erst mal alles inspiziert, was die Gondel hergibt.“
In den Wintermonaten verwandelt sich ein Teil der Schwabenalm in eine alpine Szenerie: Die Gäste nehmen Platz in ehemaligen, im Außenbereich des Restaurants aufgestellten Seilbahngondeln und erleben dort ein sogenanntes Gondel-Light-Dinner.
Der Name spielt auf das klassische Candle-Light-Dinner an – allerdings wird hier nicht bei Kerzenschein, sondern in einer Gondel gegessen. Die Kabinen stammen von der früheren Salvistabahn in Itter bei Kitzbühel und werden von November bis Ende Februar als separate Gasträume genutzt.
So entstand das Gondel-Light-Dinner in Winnenden
Die Idee entstand im Jahr 2020. „Wir haben damals nach einer Attraktion für den Winter gesucht“, erzählt der Geschäftsführer Michael Kuhn. Fündig wurde er bei einem Antiquitätenhändler in der Region Stuttgart, der ausrangierte Gondeln anbot. Sechs Stück kaufte der Betrieb schließlich und baute sie für den Einsatz in der Gastronomie um. Jede Gondel erhielt einen Tisch, Licht, Steckdosen, eine Heizung sowie eine Bluetoothbox. „Wir haben sie mit Kissen und Fellen richtig gemütlich gemacht“, sagt Kuhn.
Pro Gondel finden bis zu vier Personen Platz. Reserviert wird jeweils nur für eine Gruppe. Bestellungen können während des Aufenthalts per WhatsApp oder SMS an das Serviceteam übermittelt werden. Alternativ kommt regelmäßig eine Servicekraft vorbei.
Die Gäste können aus der regulären Speisekarte der Schwabenalm wählen, die eine gutbürgerliche, regionale Küche mit modernen Einflüssen bietet. Zu den gefragtesten Gerichten zählen laut dem Geschäftsführer vor allem die Klassiker: „Rostbraten, Cordon bleu oder Schnitzel mit Pommes – das sind nach wie vor unsere Renner“, sagt er.
Das Gondel-Light-Dinner auf einen Blick:
- Ort: Schwabenalm Winnenden
- Konzept: Dinner in ehemaligen Seilbahngondeln aus Tirol
- Zeitraum: Anfang November bis Ende Februar
- Plätze: bis zu vier Personen pro Gondel (sechs Gondeln)
- Hinweise: Rauchverbot, Hunde nicht erlaubt
- Website: https://gastragmbh.de/gondel-light-dinner-winnenden/
Zwischen Après-Ski und Romantik: Abende in der Gondel
Die Nachfrage ist groß: Bis Ende Februar sind die Gondeln an den Wochenenden ausgebucht, unter der Woche gibt es nur noch vereinzelt freie Plätze. Die Reservierungsphase für den kommenden Winter beginnt erst im Herbst, viele Anfragen gehen laut dem Geschäftsführer Michael Kuhn jedoch bereits jetzt ein.
Wie gut das Konzept ankommt, erlebt das Servicepersonal Abend für Abend. Annette Dobravc beschreibt die Reaktionen als außergewöhnlich: „Die Gäste sind sowas von emotional gepusht“, erzählt sie. Es sei ein ganz besonderes Erlebnis, das es im Umkreis sonst nirgendwo gebe.
„Manche fühlen sich wie im Skigebiet in Sölden und machen sich Après-Ski-Musik an“, berichtet Annette Dobravc. Dann könne sich der Abend auch zu einer richtigen Party entwickeln. „Das ist für mich allabendlich auch total toll“, erzählt sie. Andere mögen es lieber ruhiger: „Die finden es dann ganz kuschelig.“ Und wiederum andere nutzten die Gondeln für besondere Anlässe – etwa für einen Hochzeitstag.
So erleben Gäste das Gondel-Dinner
„Es ist hier sehr schön, sehr kuschelig, toll eingerichtet, das Essen ist lecker. Aber man ist doch ein bisschen beengt“, sagt Yvonne Maiorino. Sie ist für das Winter-Dinner aus Althütte gekommen und sitzt mit zwei Freunden und ihrem Mann in einer Gondel. Die Gruppe hat auf Spotify eine Après-Ski-Playlist ausgesucht, die über eine Bluetoothbox in der Gondel abgespielt wird: „Wir haben gedacht, das muss dann schon passen zu dem urigen Dinner.“
Andere Gäste schildern ähnliche Eindrücke. „Es ist gemütlich“, sagt Sandra Wiedmann aus Backnang. Sie hat ihrem Mann das Gondel-Light-Dinner zu Weihnachten geschenkt. „Man fühlt sich wie in den Alpen oder wenn man irgendwo beim Bergwandern sitzt“, erzählt sie weiter.
Für viele Gäste ist es genau diese Mischung, die den Reiz ausmacht: der abgeschirmte Raum, die besondere Atmosphäre und das Gefühl, für einen Abend woanders zu sein – ohne die Region zu verlassen. Für den Winterbetrieb sind die Gondeln damit längst zu einem festen Bestandteil der Schwabenalm geworden.