Die Fellbacherin Elke Bachorz hat in Waiblingen eine besondere Tagesbar eröffnet. Ihr Konzept geht über Wein hinaus und belebt die Lange Straße neu.
Die Veränderungen sind augenfällig. In den beiden bodentiefen Schaufenstern steht in großen, weißen Lettern „Nummer 18“, eine wertige Holzbank mit gelben Kissen einladend vor dem Eckgebäude in der Lange Straße 18 in Waiblingen. Am Samstag eröffnet dort die Fellbacherin Elke Bachorz ihre Tagesbar. Um 11 Uhr, zur besten Marktzeit. „Nummer 18“ ist nur wenige Schritte, in Richtung Beinsteiner Torturm, vom Waiblinger Marktplatz entfernt.
Die Hände in den Schoß legen könne sie nicht, sagt Elke Bachorz über sich selbst und schaut stolz in die kleinen Gasträume, denen sie in den vergangenen Wochen mit viel Hand- und Eigenarbeit ein neues Wohlfühl-Ambiente gegeben hat – natürliches Holz, weiß-rote Kacheln. Die Theke ist in den Eingangsbereich vorgerückt. Kleine Zweiertische sorgen für Intimität. Der lange Stehtisch am Schaufenster zur Langen Straße ist was für „Neugierige“.
Elke Bachorz: „Ich brauche Herausforderungen und den Umgang mit Menschen“
Sie müsse was tun, sie brauche Herausforderungen, sie wolle und könne gut mit Menschen umgehen, charakterisiert sich Elke Bachorz und wünscht sich, dass sie all das für und mit ihren Gästen in der neuen Tagesbar in der Lange Straße in Waiblingen umsetzen kann.
Am Samstag, 14. März, eröffnet sie das „Nummer 18“ im Haus mit eben dieser Hausnummer. Über Langeweile kann sie sich aktuell nicht beklagen. Es gibt viel zu organisieren. Bis zur letzten Minute. In den vergangenen Wochen hat sie in den Räumen, wo bis kurz vor Weihnachten noch das „La Wein“ geöffnet hatte, viele Stunden verbracht, selbst Hand angelegt an der Inneneinrichtung, gestrichen und gehämmert, geschraubt und gestylt.
Elke Bachorz, 60 Jahre alt, erzählt, dass sie nur kurz überlegt und kaum gezögert habe, als ihr die Vorpächterin Melanie Weber mitgeteilt hatte, dass sie das „La Wein“ in Waiblingen aufgeben und sich anders orientieren werde. Melanie Weber hat den Schlüssel umgedreht und direkt an Elke Bachorz übergeben. Die dann folgenden Monate dienten der Umsetzung des neuen Konzepts.
Die Fellbacherin, sie wohnt nach wie vor in der Kappelbergstadt, kennt die Räumlichkeiten im Haus „Nummer 18“ sehr gut und hatte diese Schlüssel schon mal in der Hand. Sie war damals Besitzerin der Immobilie und hat dort den „Rosenladen“ betrieben. Als sie das etwas andere Blumengeschäft aufgab, folgte der Stettener Jungwinzer Adrian Beurer, damals noch Abiturient, und richtete dort eine Pop-up-Winelounge ein. Die kam gut an, war aber mit den Plänen von Adrian auf Dauer nicht vereinbar. Er ging zum Studium, Melanie Weber übernahm, verschrieb sich ebenfalls dem Thema Wein und betrieb bis kurz vor Weihnachten knapp fünf Jahre lang die Weinprobier-Bar „La Wein“.
Elke Bachorz kehrt zu ihren gastronomischen Wurzeln zurück
Jetzt steht Elke Bachorz in den Startlöchern und kehrt, wenn man so will, zu ihren Wurzeln zurück. Sie bringt dafür beste Voraussetzungen mit, in zweifacher Hinsicht. In Fellbach hat sie schon als junge Frau die ersten gastronomischen Erfahrungen gesammelt, im Haus Nummer 18 kennt sie die Gegebenheiten und die Nachbarschaft bestens, aus Zeiten des Rosenladens.
Im Unterschied zu ihren beiden Vorgängern wird die 60-jährige Mutter von drei erwachsenen Kindern die Öffnungszeiten des Lokals erweitern und über den Wein hinaus auch Kaffee und Kuchen, feines Gebäck, kleine herzhafte Snacks, „pfiffige“ Cocktails und Spritzgetränke, auch alkoholfrei, Weine aus der Region und Italien, von privaten Weingütern, anbieten. Apropos Region: Sie will und wird so viel wie möglich lokal beziehen. Die Backwaren liefert beispielweise die Waiblinger Bäckerei Wolf.
Auch bei den Öffnungszeiten geht Bachorz neue Wege, öffnet künftig bereits ab Mittwoch – und nicht wie bisher – nur an den Wochenenden. Ab 15 Uhr gibt’s Kaffee und Kuchen, nahtlos geht’s dann über zum Aperitif, und in den Abendstunden bietet die quirlige, umtriebige Gastgeberin verschiedene Sandwiches, belegte Röstbrote, Dips und Käse – eine Küche gibt es in der Lokalität nicht. Mittwoch bis Freitag ist die Tagesbar ab 15 Uhr geöffnet, samstags bereits um 11 Uhr – „extra für die Marktbesucher“; um 22 Uhr ist an allen Tagen Schluss.
Ein beliebter Treffpunkt in Waiblingen
In den beiden kleinen Innenräumen des Tagesbar gibt es Platz für ein paar Dutzend Gäste, im Sommer gehört der Platz vor der „Nummer 18“ unter der dortigen Linde zu einem der schönsten in der Stauferstadt. Das war schon in der Vergangenheit ein wertgeschätztes Pfrund.