Viele haben es noch gar nicht mitbekommen: Im Obergeschoss des Bernhauser Hotels Kaya hat ein italienisches Restaurant eröffnet. Warum das Lokal erst jetzt durchstarten will.
Die Aufzugtür öffnet sich, und der Blick geht automatisch in die Ferne. Die Augen folgen den Autos, die aus Bernhausen hinaus- und den Schinderbuckel hochfahren, sie schweifen über Felder und Obstwiesen und erreichen die Ortsgrenzen von Bonlanden. Ja, der Blick von der Dachterrasse des Kaya Hotels in Bernhausen ist schon besonders, das wird selbst bei trübem Winterwetter klar. Der 180 Quadratmeter Riesenbalkon ist Anil Haytas ganzer Stolz. Auf dem Handy zeigt er Bilder, die an sonnigen Tagen entstanden sind. Rot-weiße Sonnenschirmchen wie im Urlaub an der italienischen Riviera sind drauf zu sehen. Er berichtet von einer Aussicht bis zur Schwäbischen Alb.
Bereits im vergangenen Oktober hat im Herzen von Bernhausen ein nagelneues Restaurant eröffnet, das viele Menschen allerdings noch gar nicht wahrgenommen haben. „Der Bernhäuser an sich hat uns nur teilweise auf dem Schirm“, bestätigt Anil Hayta, der Inhaber des Kaya Hotels. Bei Kaya Cucina, dem Restaurant im Obergeschoss des Hotels, gibt es neapolitanische Pizza mit einem extra fluffigen Rand, außerdem stehen Antipasti, Pasta aus der selbst gebackenen Brotschale, Drinks und mehr auf der Karte. Im Lokal dominiert skandinavisches Design. Schlicht, reduziert und doch elegant. Große Lichtkuppeln machen den Raum extra hell. „Das ist eine kleine Anspielung auf Stuttgart 21“, sagt Anil Hayta. Bis zu 50 Personen können hier Platz nehmen.
Unten das Kaya Hotel, oben das Restaurant Kaya Cucina
Anil Hayta ist erst 34, der studierte Wirtschaftsinformatiker kann aber schon viel Erfahrung vorweisen. 2019 haben er und sein Vater das Hayta Hotel in Bernhausen eröffnet, zudem betreibt das Vater-Sohn-Duo am Stuttgarter Flughafen ein Restaurant, eine Bagel-Bar, einen Kiosk und ein Juweliergeschäft. Die neueste Unternehmung ist das Kaya Hotel. Im März wird es seinen ersten Geburtstag feiern. Zuvor war zweieinhalb Jahre gebaut worden mitten im Wohngebiet an der Johannesstraße. Investition: ein zweistelliger Millionenbetrag. „Früher war hier ein Wohnwagenparkplatz“, berichtet Anil Hayta. Er lacht. „Ich bin in der Straße aufgewachsen“, sagt er.
Entstanden ist ein schickes Stadthotel mit 63 Zimmern, darunter sieben Suiten. Das komplette Haus ist in leichten Creme-Tönen gehalten. Viel Holz und Stein, natürliche Textilien. Anil Hayta spricht vom Japandi-Einrichtungsstil, der skandinavische Funktionalität mit japanischem Minimalismus vereine. Das Hotel richte sich vor allem an Messe-Gäste, an Flugreisende und Geschäftsleute, „am Wochenende kommen Pärchen, die nach Metzingen oder ins Musical wollen“, sagt er. Im Schnitt blieben die Gäste zwei Nächte. Das Design-Business-Konzept komme bei der Zielgruppe gut an, „die ersten elf Monate waren äußerst zufriedenstellend“, sagt der Chef.
Das Kaya Cucina soll noch mehr Außendeko bekommen
Dass das Kaya Cucina aktuell noch etwas unter dem Radar fliegt, sei durchaus gewollt, um in den Abläufen Routine zu entwickeln. „Mir ist es wichtig, organisch zu wachsen“, sagt er. Morgens wird im Obergeschoss das Frühstück für die Hotelgäste serviert, abends wird der Pizzaofen angeworfen. Nun aber sei die Pilotphase abgeschlossen. „Ich weiß, dass wir so was in Filderstadt nicht haben“, sagt Anil Hayta und blickt sich in seinem Lokal um. Dieser Tage soll die Außendeko für die Kaya Cucina angebracht werden, um mehr Leute anzulocken. Die Werbephase soll starten. Für den Sommer seien zudem Events geplant, etwa Pilates auf der Dachterrasse mit anschließenden Snacks. „Im Frühling werden wir laut werden, damit wir die Gäste im Sommer empfangen können.“