Michele Nardiello ist von Susanne Herzers Engagement gerührt Foto: Caroline Holowiecki

Die Corona-Krise trifft Gastronomen hart. Susanne Herzer hat in Stuttgart-Heumaden daher eine Spendenaktion für die Geschwister ins Leben gerufen, die den Schluckspecht betreiben.

Heumaden - Der Weg in Richtung Normalität ist noch weit. Zwar können in der Corona-Krise einige Läden wieder öffnen, Restaurants und Bars jedoch dürfen bis auf Weiteres keine Gäste empfangen. Viele Gastronomen bringt das in Existenznot. Susanne Herzer aus Heumaden beobachtet die Situation mit Sorge. „Es ist wichtig, dass man was tut“, findet sie. Und deswegen hat sie für ihr Stammlokal, den Schluckspecht im Gebiet Über der Straße, eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

Das kleine Lokal führen seit Ende 2018 erst die Brüder Michele (26) und Giovanni (27) Nardiello. In der Zwischenzeit ist auch ihre Schwester Miriam (28) eingestiegen. Nach mehreren glücklosen Vorgängern hat sich das Trio etabliert. Seit dem vergangenen Herbst servieren die Geschwister Pinsa, eine Urform der Pizza, und haben die einstige Kneipe in „Pinseria zum Schluckspecht“ umbenannt. „Die haben es umgekrempelt“, sagt Susanne Herzer. Die Wirte und ihre Speisen seien beliebt. „Wir möchten die drei nicht mehr missen. Die wollen wir behalten“, sagt die 66-Jährige.

Die jungen Gastronomen bieten einen Lieferservice an

Um das Lokal und letztlich auch die Versorgung im Gebiet zu sichern, hat sie unter anderem in der „Schlucki“-Whatsapp-Gruppe zu Spenden aufgerufen. 34 Fans haben geholfen. 900 Euro sind binnen weniger Tage zusammengekommen und jüngst in einem persönlichen Brief übergeben worden. Michele Nardiello ist noch immer gerührt. „Ich kann nicht erklären, wie sehr ich mich bedanke, dass ihr uns unterstützt“, sagt er. Er spricht von einer tollen Nachbarschaft und strahlt. „Meine Stammgäste sind immer da.“ Aktuell halten sich die jungen Gastronomen mit Mittagstisch und Lieferungen über Wasser, „aber es ist nicht wie vorher, natürlich nicht“. Michele Nardiello spricht von großen finanziellen Verlusten. „Die Fixkosten laufen ganz normal“, stellt er klar.

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