Julian Schramm und Jessica Göthel haben nun auch das Restaurant der Mäulesmühle übernommen. Foto: Philipp Braitinger

Jessica Göthel und Julian Schramm wollen ihre Gäste nicht allein mit schwäbischen Klassikern verwöhnen. Das Paar ist in Leinfelden-Echterdingen bereits bekannt.

Gastronomie an besonderen Orten, das ist ihr Ding: Jessica Göthel und Julian Schramm sind die neuen Pächter des Restaurants Mäulesmühle im Siebenmühlental. Bekannt ist das Paar in Leinfelden-Echterdingen durch den Umbau und den Betrieb des Waldgasthofs Schmellbachtal, welchen es weiterhin betreiben wird. Mit der Mäulesmühle planen die beiden nun eine Erweiterung ihres bisherigen Geschäfts. Der Einstieg in eine weitere Gastronomie stand schon länger auf dem Plan, berichten die beiden.

 

Hintergrund ist, dass der Betrieb im Waldgasthof Schmellbachtal stark schwankt. Bei großen Firmenevents kommen mehrere hundert Personen, bei gutem Wetter brummt der Biergarten. Was es, abgesehen vom Brunch, nicht gibt, ist ein á la Card-Angebot und regelmäßige Öffnungszeiten unter der Woche. Immer wieder hätten Besucher danach gefragt. Auch Anfragen zu kleineren Events mit deutlich weniger als 70 Personen mussten in der Vergangenheit oft abgesagt werden. „Das fühlt sich nicht gut an“, gibt Göthel zu. Doch kleine Events wären für die Gastronomen in der großen Location ein Verlustgeschäft. In Zukunft kann bei kleinen Anfragen der Hinweis auf die Mäulesmühle erfolgen. Dort gibt es rund 50 Sitzplätze. Die Einrichtung kann mit wenigen Mitarbeitern betrieben werden. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe: Wer in die Mäulesmühle kommt, sich am Essen und Service erfreut, kann für größere Events ins Schmellbachtal eingeladen werden.

Zweiter Standort soll Besuchern und dem Team dienen

Neben den Besuchern soll die Eröffnung des zweiten Standortes auch dem Team, das insgesamt 50 bis 60 Personen umfasst, dienen. Immer wieder habe es von Mitarbeitern den Wunsch nach einer Aufstockung oder Flexibilität der Arbeitszeit gegeben, erinnert sich Jessica Göthel. Mit der Mäulesmühle soll das nun einfacher werden.

Wichtig war den Gastronomen, dass eine weitere Einrichtung wieder eine besondere Lokalität ist. „Es ist ein Juwel“, sagt Göthel über die Mäulesmühle mit der gepflegten Fachwerkfassade. „Es ist inhaltlich ein schöner Match“, findet auch Julian Schramm. Der Pachtvertrag mit der Stadt liegt vor – letzte Details werden in diesen Tagen geklärt. Was einmal auf der Karte der Mäulesmühle stehen wird, wird in den kommenden Wochen im Waldgasthof Schmellbachtal bereits mit dem Team und den Gästen erprobt. Der Rahmen ist aber schon abgesteckt. Schwäbische Klassiker vom Rostbraten über die Käsespätzle bis zu den Maultaschen sollen ebenso auf der Karte stehen, wie die eine oder andere vegane und vegetarische Alternative.

Wichtig ist den Gastronomen allerdings, den Gästen etwas Besonderes zu bieten – sowohl was die Lokalität als auch was das Essen angeht. So könnte sich beispielsweise eine gegrillte Forelle mit Kartoffelrösti und wildem Blumenkohl samt Dill- oder Meerrettich-Schaum ebenso auf der Karte finden, wie die Barbecue-Maultaschen mit Rind- und Pulled-Pork-Füllung.

Ein Restaurant mit Mühlrad und Kulturbühne

Das Restaurant Mäulesmühle soll nicht allein für sich stehen. Im Erdgeschoss gibt es ein kleines Museum. Das alte Mühlrad samt Mahlwerk wird regelmäßig in Betrieb genommen. Nebenan wird die Scheuer von der Stadt mit einem Kulturprogramm bespielt. Besondere Aufmerksamkeit hat die Einrichtung durch das Mundart-Schauspiel „Hannes und der Bürgermeister“ einst erregt, das im Fernsehen übertragen wurde und sich großer Beliebtheit erfreute. Vor dem Besuch einer Kulturveranstaltung bietet sich der Besuch des Restaurants an. Auch ein Catering der Kulturscheuer von der Mäulesmühle aus erscheint logisch.

Wann der genaue Eröffnungstermin ist, das wissen die beiden Gastronomen noch nicht. „So früh wie möglich“ solle es losgehen, sagt Schramm. Es seien noch kleinere Umbauarbeiten nötig, die aber nicht allzu lange dauern sollten. Außerdem werde derzeit noch eine neue Heizung eingebaut. Der erste Termin des Kulturprogramms stehe aber Ende Januar fest. Bis dahin soll der Betrieb laufen, damit es mit dem ersten Catering klappt.

Der Name bleibt gleich

Vertrag
Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hatte den Pachtvertrag neu ausgeschrieben. Der momentane Pächter bewarb sich nicht erneut. „Dann haben wir unseren Hut in den Ring geworfen“, wie Jessica Göthel sagt.

Name
Da müssen wir die Welt nicht neu erfinden“, sagt Göthel. Die Marke „Mäulesmühle“ sei über Jahrzehnte erfolgreich aufgebaut worden und werde beibehalten. Das heutige Fachwerkhaus wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut. Eine Mühle hat es aber wohl bereits mindestens seit dem Spätmittelalter gegeben. Nach 1945 wurde der Mühlbetrieb allerdings eingestellt. Das Ensemble ist inzwischen im Besitz der Stadt.