Frank Oehler ist der Speisemeister. Aber eben nicht der einzige. Foto: LG/Kovalenko

Eine Pizza Prosciutto ist doch auch nicht schlecht. Gut, wenn man sich auf Hot Dogs vom gezupften Alblinsenschwein, kredenzt vom Sternekoch, freute, ist sie vielleicht ein schwacher Trost. Aufgrund von Namensverwechslungen im Zusammenhang mit der Speisemeisterei ist das jedoch Realität.

Plieningen/Sillenbuch - Frank Oehler ist zweifelsohne einer der prominentesten Köche in Stuttgart. Der Name ist eine Marke – genau wie das Sternerestaurant des 52-Jährigen: die Speisemeisterei im Schloss Hohenheim. Da der Gourmettempel aber nicht auf einen individuellen Namen hört – Wielandshöhe gibt’s eben nur eine – führt das gelegentlich zu Irritationen.

Wie beispielweise, wenn der nicht ganz aufmerksame Internetnutzer auf der Seite des „Speisenmeisters“ landet, das „N“ in der Mitte und das „Ei“ am Ende überliest, reflexartig an Frank Oehler denkt und sich dann wundert: „Wo sind denn die schulterlangen Haare hin?“

Speisemeister und Speisenmeister

Kein Wunder, denn der Herr mit Glatze auf der Webseite ist zwar ebenfalls 52 Jahre alt, heißt aber Christopher Hinze und lebt im unweiten Sillenbuch. Anstatt eines schmucken Restaurants betreibt er eine mobile Bioküche, ist selbst zertifizierter Biokoch und gibt vor allem Kurse – als Marke „Speisenmeister“ seit fast zehn Jahren.

Der Speisenmeister Christopher Hinze Foto: privat, Michael Brem

In den Hallen des aus dem Fernsehen bekannten Spitzenkochs stört man sich an der phonetischen Ähnlichkeit von Hinzes Namen mit dem eigenen nicht. „Wir finden es spannend, was der Kollege macht“, sagt Gerd Schmid, Speisemeisterei-Marketing-Chef. Doch weiß er, dass Oehler, der übrigens Ende vergangenen Jahres das Buch „Der Speisemeister“ veröffentlicht hat, und Hinze bei Weitem nicht die einzigen Speise(n)meister weit und breit sind.

Kein geschützter Begriff

Denn das Wort Speisemeisterei ist kein geschützter Begriff – weshalb auch jede markenrechtliche Klage zum Scheitern verurteilt wäre. Speisemeisterei darf sich jeder nennen. Wie Ochsen oder Hirschen, golden oder nicht. Als Speisemeistereien, so Schmid, wurden Schnellrestaurants am Wegesrand für Pferdereisende bezeichnet.

Beispielsweise in München gibt es ebenfalls eine Speisemeisterei. „Da schlagen manchmal Gäste auf, die bei uns reserviert haben“, erzählt Schmid.

Verwechselt mit einem Italiener

Doch Lamm mit Holunderbeere, Ziegenmilch und Romanasalat, gefolgt von Wels mit Tomate und Basilikum, Hot Dog vom gezupften Alblinsenschwein, Reh mit Gaishirtle, Walnuss, Fichtensprossen und Anna-Kartoffel und Quarksoufflé mit Mieze Schindler, Wassermelone und Verbene zum Nachtisch – so das aktuelle Menü in der Hohenheimer Speisemeisterei – haben die verirrten Speisemeister-Sucher dort wohl nicht gefunden. Dafür womöglich Pizza Prosciutto. Denn die Münchner Speisemeisterei ist ein gutbürgerlicher Italiener.

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