Auf dem Wertstoffhof an der Einödstraße können Grünschnitt und andere Gartenabfälle in den Container gekippt werden. Foto: Mathias Kuhn

Jetzt müssen Bäume und Hecken geschnitten werden. Wohin mit dem Grünschnitt? Die Stadt bietet „Grüngutabholung auf Abruf“ und die Abgabe auf den Wertstoffhöfen an.

Hedelfingen - Die anhaltenden Niederschläge und das nicht zu heiße Sommerwetter kommt den Pflanzen zugute. Sie sprießen, bilden lange Zweige und ein üppiges Blätter- und Buschwerk aus. Früher als in den trockenen Sommermonaten der vergangenen Jahre müssen Gartenbesitzer dieses Jahr zur Heckenschere greifen oder den Rasenmäher anwerfen. In den Vor- und Freizeitgärten fällt bereits jede Menge Grünschnitt an. Für viele stellt sich deswegen die Frage: Wohin mit den Gartenabfällen?

Verbrennen verboten

Eine althergebrachte Entsorgungsmethode ist dagegen verboten und verpönt: das Verbrennen der Garten-Überbleibsel. Rauchsäulen über den Gärten und Rauchschwaden, die bei ungünstigem Wind in Richtung Wohnviertel ziehen, führen regelmäßig zu Beschwerden. Gartenfeuer belästigen nicht nur Nachbarn. Jedes Feuer erhöht die Feinstaubkonzentration und jedes Jahr gerät die ein oder andere Rodungsaktion außer Kontrolle.

Das Verbrennen von Grüngut ist in Stuttgart nicht gestattet. Der Landeshauptstadt geht es bei dem Verbot nur in zweiter Linie um die Sicherheit. „Beim Verbrennen von Grüngut handelt sich um eine Umwelt-Ordnungswidrigkeit“, warnte eine Sprecherin der Stadt zu Beginn der Gartensaison. Das vermeintliche Kavaliersdelikt kann teuer werden. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 1500 Euro geahndet werden.

Grüngutholung auf Abruf

Schließlich bietet die Stadtverwaltung ihren Bürgern einige Alternativen an. Seit 15. August können sich in Stuttgart ansässige Haushalte und Gewerbebetriebe bei der „Grüngut-Sammlung auf Abruf“ melden. Diese wird von September bis November und dann wieder von März bis Mai durchgeführt. Wer an die Regelabfuhr angeschlossen ist, kann zweimal im Kalenderjahr den kostenlosen Service der Stadt in Anspruch nehmen. Die Anmeldung zur Abholung erfolgt mit jenen Postkarten, die dem Abfallkalender beigefügt sind. Das Grüngut wird dann innerhalb von drei bis vier Wochen abgeholt. Über den genauen Abholtermin informiert die Stadtverwaltung den Gartenbesitzer dann schriftlich. „Wichtig ist, dass das Grüngut erst am Grundstück bereitgestellt wird, wenn ein Abholtermin bekannt gegeben wurde“, bitten die Verantwortlichen der Abfallwirtschaft Stuttgart um Geduld.

Drei Wochen Wartezeit

Mitgenommen werden Baum- und Heckenschnitt, Gras, Laub, verwelkte Pflanzen und Strauchwerk. Grüngut kann in speziellen Papiersäcken und in gebündelter Form bereitgestellt werden. Zu beachten ist, dass Äste und Stämme maximal 1,50 Meter lang und nicht dicker als zehn Zentimeter sein dürfen. Werden Baum-, Hecken- und Strauchschnitt gebündelt, dürfen nur verrottbare Baumwoll- oder Hanfschnüre verwendet werden. Für Laub und ungebündeltes Schnittgut stehen spezielle Grüngut­säcke zur Verfügung, die es von August bis Mai in vielen Einzelhandelsgeschäften und in den Bezirksrathäusern zu kaufen gibt. Andere Verpackungen als die speziell dafür vorgesehenen Papiersäcke werden bei der Grüngut-Abfuhr nicht mitgenommen.

Nur zwei Kubikmeter pro Tag angenommen

Vielen Gartenbesitzern ist die drei- bis vierwöchige Wartezeit, bis das Grüngut abgeholt wird, aber zu umständlich. „Zudem wird der Grünmüll nicht an meinem Freizeitgrundstück auf dem Wangener Berg, sondern nur am Wohnsitz abgeholt“, sagt ein Gartenbesitzer. Für jene hat die Abfallwirtschaft ihre Wertstoffhöfe geöffnet. Dort stehen spezielle Container zur Verfügung. Im vergangenen Jahr kamen auf den Wertstoffhöfen 2223 Tonnen Grüngut zusammen. Eine beliebte Abgabestelle ist der Wertstoffhof Einöd in Hedelfingen. „Dort hat die AWS jetzt einen zweiten Grüngutcontainer aufgestellt“, berichtet ein Sprecher der Stadt. Es dürfen aber nur bis zu zwei Kubikmeter Grüngut pro Tag abgegeben werden. Bei Baum- und Strauchschnitt dürfen der Stammdurchmesser nicht mehr als zehn Zentimeter und die Gesamtlänge nicht mehr als zwei Meter betragen. Zudem kann Grünschnitt auf den Kompostplatz Zuffenhausen und am Häckselplatz Epplestraße entsorgt werden.

Anmeldung bei der Abfallwirtschaft

Wer Grüngut auf Anruf wahrnehmen will, sollte eine der Karten des Abfallkalenders unter Angabe der Adresse und der Menge an den Eigenbetrieb AWS, Heinrich-Baumann- Straße 4, 70190 Stuttgart, schicken. Alternativ kann die Bestellung auch per Telefon 216 88 700 aufgegeben werden oder online unter www.stuttgart.de/abfall erfolgen. Nähere Informationen zu den Entsorgungsmöglichkeiten gibt es über den AWS-Kundenservice unter Telefon 216 88 700 oder im Internet unter www.stuttgart.de/abfall, Stichwort Grüngut.