Auch wenn es regnet, muss der Hobbygärtner zur Gießkanne greifen Foto: Stefan Krber/Fotolia

Damit Obstbäume, Rasen und Stauden im nächsten Jahr wieder schön aussehen, brauchen sie nun Hilfe.

Obstbäume

Damit Apfel-, Kirsch- oder Zwetschgenbäume im nächsten Jahr schön austreiben können, müssen sie ihren Nährstoffvorrat über die Fotosynthese auffüllen. „Wegen der Trockenheit haben sie den Prozess gedrosselt und sind jetzt im Verzug“, sagt Harald Schäfer, Fachberater beim Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg. Um diesen Verzug schnell aufzuholen, brauchen die Bäume nun viel Wasser. „Sollte es die nächsten Wochen nicht häufig regnen, muss man sie richtig gut gießen“, so Schäfer. Das bedeutet: mindestens 50 Liter pro Baum und Gießtag.

Rasen

Mehr braunes Heu als frisches Grün: So zeigen sich viele Rasenflächen nach diesem Sommer. „Sobald es jetzt wieder Regenwasser in den Tonnen gibt, sollte man auch dem Gras etwas davon gönnen“, sagt Fachberater Schäfer. In den meisten Fällen erholt sich dieses zwar schnell – noch schneller aber gedeiht das anspruchslose Unkraut – zumal es durch das fehlende Gras jetzt mehr Licht zum Wachsen hat. „Wasser und auch ein wenig organischer Dünger helfen dem Gras, erfolgreich gegen das ­Unkraut anzukämpfen.“

Sollte sich das Gras nicht mehr erholen (Faustregel: mindestens 50 Prozent der ­Fläche sprießen wieder schön grün), ist der September ein idealer Monat, um neu auszusäen, „denn sonst habe ich im nächsten Frühjahr nur noch Unkraut“, so Schäfer. Von sogenannten ­Reparaturrasenmischungen rät er ab. „Sie machen zwar schnell dicht, oft gibt es aber später ein ungleichmäßiges Blattbild.“ Besser sei deswegen, die ganze Fläche neu auszusäen.

Um bei künftigen heißen Sommern nicht bald wieder das Problem einer vertrockneten Steppe zu haben, empfiehlt Harald Schäfer, nicht zur Standardrasenmischung im Gartencenter zu greifen. „Widerstandsfähiger ist ein Gebrauchsrasen für Trockenlagen, etwa der Typ RSM 2.2.“ Diesen gebe es im Landhandel oder in einem Landschaftsbaubetrieb. Nach sechs Wochen Trockenheit sei zwar auch ein solcher Rasen braun, „aber er ­regeneriert danach sehr schnell wieder“.

Stauden und Sträucher

Über ausreichend Wasser freuen sich jetzt auch die robusten Stauden. „Ganz vertrocknetes Laub oder dürre Zweige kann ich wegschneiden“, sagt Harald Schäfer. Um zu sehen, wo eine Staude oder ein Strauch noch Leben in sich trägt, hilft die so ­genannte Nagelprobe: Mit einem ­dünnen Nagel an der Rinde schaben. Schaut darunter Grün hervor: ­Finger weg, die Pflanze treibt hier wieder aus. „Überhaupt sollte man nach einem solchen Sommer sehr vorsichtig sein mit einem Rückschnitt“, sagt Schäfer. Denn Stauden und Sträucher brauchen nun jedes bisschen Grün für die Fotosynthese. Auch Düngen nehmen sie übel, weil sie sich bereits langsam auf den Winterschlaf vorbereiten.

Wer im Blumenbeet diesen Sommer mehr vertrocknete als blühende Pflanzen hatte, kann auch hier über eine Neuanpflanzung nachdenken. „Solche Wetterperioden werden sich die kommenden Jahre wohl ­häufen“, meint Schäfer. Bei der Auswahl von anspruchslosen Gewächsen rät er, sich öffentliche Anpflanzungen zum Vorbild zu nehmen, beispielsweise Kreisverkehre. Denn die dort wachsenden Gräser (Lampenputzergras, Rutenhirse), Dickblattgewächse wie Fetthennen oder Pflanzen aus den Mittelmeergebieten wie Lavendel sind viel Sonne ausgesetzt – und kommen mit wenig Wasser zurecht.

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