Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte) hat am Dienstag die Gamescom in Köln eröffnet. Foto: dpa

Auf der Videospielemesse Gamescom in Köln hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Herstellern mehr staatliche Unterstützung in Aussicht gestellt – mahnt aber auch zu mehr Rücksicht.

Köln - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Dienstag offiziell die Gamescom in Köln eröffnet und dabei die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung digitaler Spiele hervorgehoben. Sie seien „Kulturgut, Innovationsmotor und Wirtschaftsfaktor von allergrößter Bedeutung“, sagte die Kanzlerin. Außerdem stellte Merkel eine stärkere staatliche Förderung in Aussicht.

Zwar gebe es bereits eine „ganze Reihe von Förderprogrammen“ der Bundesregierung im digitalen Bereich, doch gerade bei der Unterstützung der Computerspielebranche sei Deutschland alles andere als der Spitzenreiter in der Welt, sagte Merkel am Dienstag in ihrer Eröffnungsrede in Köln. „Deshalb ist mir der Wunsch Ihrer Branche nach weiteren Förderungsmöglichkeiten sehr wohl klar.“

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Die Kanzlerin regte Gespräche für die kommende Legislaturperiode mit allen beteiligten Akteuren an, um den deutschen Spielentwicklern „vernünftige Möglichkeiten“ und ähnlich gute Ausgangschancen zu geben wie etwa der Konkurrenz aus Frankreich oder Kanada. Konkrete Zusagen machte sie aber nicht.

Merkel sagte, dass Computer- und Videospiele aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken seien. Mit über 500 Unternehmen sei die Branche ein „starker Pfeiler des Innovationsstandorts Deutschland“. Die Kanzlerin hob die Bedeutung von Computerspielen für die Unterrichtsgestaltung in Schulen hervor. „Damit wird der Umgang mit dem Medium und der Technologie trainiert sowie auch vernetztes Denken gefördert“, sagte sie.

Branchenvertreter erhoffen sich Exportschlager aus Deutschland

Zugleich mahnte sie die Hersteller, bei ihren Spielen auf den Datenschutz und vor allem auch auf den Jugendschutz zu achten. Immer wieder werde über einen möglichen schädlichen Einfluss von Gewaltspielen auf die Entwicklung junger Menschen diskutiert, sagte die Kanzlerin. „Außer Frage steht dabei für mich, dass es eine zweifelsfreie, pauschale Antwort darauf nicht geben kann, dass die Sorgen und Bedenken aber immer wieder von uns ernst genommen werden sollten.“

Ein verantwortlicher Umgang mit Spielen sei von allergrößter Bedeutung. Dabei müsse auch „Suchtverhalten“ vermieden werden. Der Geschäftsführer des Branchenverbands BIU, Felix Falk, erneuerte seine Forderung an die Politik, die Rahmenbedingungen für eine Expansion der deutschen Computerspielebranche zu schaffen. „Wir wollen mit politischer Unterstützung ‚Games made in Germany’ zu einem echten Exportschlager machen“, sagte er bei der Messeeröffnung.

In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ hatte er zuvor angemerkt, dass die Konkurrenz an ausländischen Standorten aufgrund von „klugen Förderprogrammen“ teils Kostenvorteile von 30 Prozent habe. Die Gamescom ist das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele, mehr als 900 Aussteller aus über 50 Ländern präsentieren ihre Neuheiten. Die neunte Auflage der Messe dauert bis Samstag, ab Mittwoch ist sie für Besucher geöffnet. In den kommenden Tagen werden zehntausende Computerspielfans erwartet. Das Partnerland der Gamescom in diesem Jahr ist Kanada.

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